Ingwer: Die scharfe Wunderknolle für
Ihr WohlbefindenIngwer gehört
zu den Acht Schätzen der Chinesischen Heilküche. Er ist weit mehr als nur eine
beliebte kulinarische Beigabe in der asiatischen Küche.
Ingwer wird in Asien nachweislich seit über 3000 Jahren angebaut und verwendet. Inzwischen findet Ingwer auch in unseren Breiten immer mehr Anhänger. Und das ist gut so, denn in dem unscheinbaren Gewürz steckt ein wahres Feuerwerk an gesundheitsfördernden Stoffen.
Haben Sie Glieder-, Muskel- oder
rheumatische Beschwerden, die bei Wärme besser werden. Dann können Sie Ihr Befinden mit einem
Ingwerbad verbessern. Nehmen Sie dazu ein 2 cm Stück langes Stück Ingwer, schneiden es in
Scheiben und köcheln diese Scheiben in ca. 1 Liter Wasser 5-10 Minuten. Diesen Sud geben Sie in Ihr
Badewasser und genießen 15 Minuten ein wärmendes
Ingwerbad.
Eine Mahlzeit liegt Ihnen schwer im Magen? Ingwer hilft bei Magendrücken, Übelkeit und Blähungen. Bereiten Sie sich einen Tee wie bereits beschrieben zu. Hilft garantiert. Wenn Sie zu Reisekrankheit neigen, dann trinken Sie 1 Glas Ingwertee 2 Stunden vor der Abfahrt und knabbern Sie zwischendurch ein Stück kandierten Ingwer oder Ingwerstäbchen.
Was im Ingwer ist nun für die vielen positiven Wirkungen verantwortlich? Ingwer enthält reichlich ätherische Öle und Bitterstoffe und seine Schärfe verdankt er den sogenannten Gingerolen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird dem Ingwer die thermische Qualität warm zugeschrieben und seine Geschmacksrichtung ist scharf.
Mit diesen Qualitäten beeinflusst er die Meridiane von Milz, Magen und Lunge,
er wärmt die Mitte, kräftigt den Magen, wirkt entkrampfend, senkt das Magen-Qi (vor allem bei
Übelkeit und Erbrechen) und vertreibt die Kälte. Außerdem beseitigt Ingwer Stauungen, löst
Blockaden und bringt die Säfte zum Fließen.
Den Nieren hilft Ingwer bei der Ausscheidung und
Flüssigkeitsregulierung. Im Magen erhöht er die Enzymkraft, regt die Gallensaftproduktion an und wirkt so
verdauungsfördernd (besonders bei der Eiweißverdauung).
In der chinesischen Frauenheilkunde werden Fruchtbarkeitsstörungen unter anderem damit in Verbindung gebracht, wenn die Gebärmutter - oder wörtlich der Kindspalast kalt ist. Wen wundert es, dass ein neues Menschenkind sich dort nicht einnisten will.
Kühlende Nahrungsmittel wie z.B. die Papaya gelten daher als
empfängnisverhütend. Ingwer hat die gegenteilige Wirkung: Er wärmt nachhaltig und ist daher
empfängnisfördernd. Ingwer wird auch bei Menstruationsstörungen verabreicht.
In der TCM wird Ingwer auch äußerlich angewendet und hilft bei Hauterkrankungen, Haarausfall, Prellungen, Zerrungen, Insektenstichen, Nagel- und Fußpilz.
Bei all den positiven Wirkungen gibt
es aber auch Nebenwirkungen. So sollten Menschen mit Hepatitis keinen frischen Ingwer essen, weil
die enthaltenen Gingerole die bereits eingeschränkte Leberfunktion beeinträchtigen und den
Heilungsprozess verzögern. Vorsicht auch bei entzündlichen Magenleiden, Sodbrennen, zu viel Magensäure und
Gallensteinen.
Ein regelmäßiger Genuss kann die Beschwerden verschlimmern. Sie sollten Ingwer
auch nicht vor einer geplanten Operation einnehmen, da er wie Aspirin die Blutgerinnung beeinflusst.
Vorsicht bei getrocknetem Ingwer aus dem Chinaladen. Dieser gilt als Heilmittel, hat eine stark wärmende Wirkung und sollte nur nach Rücksprache mit Arzt oder TCM Ernährungsberaterin verwendet werden.
Schon Konfuzius rät in seinen
berühmten Gesprächen: Nicht ohne Ingwer leben, aber auch nicht zuviel davon essen!
In der asiatischen Küche ist Ingwer
eine unerlässliche Zutat für Suppen, Fisch- und Fleischgerichte, aber auch für Gemüse, Salate und
Füllungen. Das dient einerseits für den thermischen Ausgleich, dh.eine kühle/erfrischende Zutat wie
z.B. Flusskrebse werden durch Ingwer wärmer in der Wirkung. Für unseren Geschmack ist Ingwer oft
ungewohnt scharf. Beginnen Sie mit kleinen Mengen oder aromatisieren Sie einfach das Bratöl
oder die Suppe mit einer Scheibe Ingwer, die Sie kurz mitkochen/mitbraten und dann wieder
herausnehmen.
Für die Verwendung schneiden Sie Ingwer in Scheiben, z. b. für Suppen. Dazu braucht er nicht geschält werden, da die Schale wertvolle Inhaltsstoffe enthält vorher aber waschen. Für Gemüse- oder Fleischgerichte können Sie Ingwer schälen und fein schneiden oder klein hacken. Noch feiner ist geriebener Ingwer, es gibt dafür eigene Ingwerreiben aus Keramik, es reicht aber auch die Küchenraspel.
Wenn Sie Ingwerknollen, genauer die
Rhizome der Pflanze, kaufen, achten Sie darauf, dass sie sich fest anfühlen und die Haut glatt und
prall ist. Schrumpeliges Aussehen deutet darauf hin, dass die Knolle bereits von innen
vertrocknet. In China wird Ingwer in Sand aufbewahrt: ein tönerner Blumentopf wird mit einer Schicht
halbtrockenem Sand bedeckt, die Ingwerknollen darauf gelegt und wieder mit Sand bedeckt. Der Topf
wird dann kühl und dunkel gelagert und gelegentlich mit Wasser besprenkelt ähnlich wie bei uns
früher Karotten und Rote Rüben über den Winter gelagert wurden.
Bei uns ist Ingwer aber in der Regel
frisch erhältlich und Sie lagern ihn am besten im Kühlschrank oder in einem kühlen Raum auf. Bitte
nicht in Plastik einwickeln, da er leicht schimmelt. Heben Sie frischen, ungeschälten Ingwer am
besten mit Küchenpapier umwickelt in einem luftdicht abgeschlossenen Behälter (zur
Verhinderung des Austrocknens) im Gemüsefach Ihres Kühlschranks auf (bis zu 4 Wochen).
Eine weitere Möglichkeit ist, Ingwer in Salz einzulegen und so haltbar zu machen. Dazu werden geschälte Knollen grob geraspelt und mit Salz vermischt in ein Schraubglas gefüllt. Im Kühlschrank hält so der Ingwer über Monate und ist rasch zum Kochen verfügbar.
Unter günstigen Bedingungen kann man
Ingwer auch hierzulande im Garten anbauen, frosthart ist er allerdings nicht. Für alle, die
keinen eigenen Garten haben probieren Sie Ingwer als Zierpflanze in den eigenen vier Wänden zu züchten.
Für den Anbau zu Hause sowie im Garten können die im Handel erhältlichen Rhizome genutzt werden. Diese schneidet man in ca. 3 bis 5 cm breite Stücke und steckt sie mit der Schnittfläche nach unten in Blumenerde. Ein kleines Stück des Rhizoms lässt man herausstehen. In warmen Räumen, mäßig feucht gehalten, wächst die Ingwerpflanze dann recht schnell.
2 Eier, 1 daumengroßes Stück Ingwer, 1 EL Essig, 1 EL fein gehackte Frühlingszwiebel, etwas Salz, Öl zum Braten
Die Eier verquirlen, Ingwer fein
hacken oder reiben. Eier mit Ingwer, gehackten Frühlingszwiebeln und Salz mischen. Öl in einer
beschichteten Pfanne erhitzen und Eimasse darin anbraten bis der Eierkuchen auf einer Seite goldgelb
gebraten ist und sich aufwirft. Mit der Backschaufel wenden und mit dem Essig beträufeln.
Dieses Gericht wird in der TCM bei
chronischem Durchfall infolge von Kälte und Schwäche der Milz verordnet und sollte dann mehrmals
gegessen werden. Der Eierkuchen ist aber auch für Gesunde eine leckere Mahlzeit!
Kartoffeln schälen und in kleine
Würfel schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin anbraten. Ingwer schälen, fein
hacken und beim Wenden zu den Kartoffeln geben. Weiterbraten, bis die Kartoffeln gar sind. Vor dem
Servieren salzen.
Guten Appetit!
Artikel wurde zur Verfügung gestellt von:
© essen:z ernährung + beratung

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