Die zwanzig häufigsten Mythen und Fakten rund ums Kafttraining: Nr. 7 bis Nr. 9
Mythos Nr. 7:
Ein Aufwärmen vor dem Krafttraining ist nicht nötig.
Für das
Training an Kraftmaschinen wärmt man sich am besten auf, indem man an
jeder
Maschine eine «Aufwärmserie» mit relativ kleinen Widerständen macht.
Für koordinativ anspruchsvolle Ganzkörperübungen sowie für das
Explosivkrafttraining und das technikorientierte Krafttraining braucht
es ein umfassendes Aufwärmen. Dazu gehören unter anderem das
Mobilisieren der Gelenke, das Tonisieren im Sinne eines systematischen
Spannungsaufbaus und das Aktualisieren komplexer Bewegungsmuster.
Mythos Nr. 8:
Das Training mit Hanteln ist effizienter als ein solches an Kraftmaschinen.
Krafttraining
an Maschinen bedeutet langsame und gleichförmige Beanspruchung
einzelner Muskeln und dient vor allem der Erhaltung oder Entwicklung
der aktiven Körpermasse (
Hypertrophie-Training).
Training mit
Hanteln ist koordinativ anspruchsvoll. Es setzt voraus, dass man den
Rumpf, den Schultergürtel und die Gelenke stabilisieren kann, dass die
Agonisten und Antagonisten mehrerer
Gelenke gut koordiniert zusammenarbeiten und dass man aktiv das Gleichgewicht sichern kann.
Krafttraining
mit Hanteln dient deshalb vor allem der Entwicklung der intermuskulären
Koordination, also der Abstimmung der Stützmotorik auf die Zielmotorik
und der Verbesserung der Explosivkraft.
Mythos Nr. 9:
Das Training an Maschinen lässt die intermuskuläre Koordination verkümmern
Kraftmaschinen eignen sich hauptsächlich zum Aufbau und zur Erhaltung der Muskulatur und zum Ausgleichen von Defiziten. Beim
Trainieren an Maschinen muss man den Rumpf und die Gelenke
nicht selber stabilisieren und die intermuskuläre Koordination wird tatsächlich kaum gefördert.
Dafür ist das Unfall- und Verletzungsrisiko beim Trainieren an Maschinen sehr gering.
Damit
auch die «Geschicklichkeit» entwickelt wird, sollte das
«Maschinen-Training» durch Übungen ergänzt werden, welche der
Alltags-
und Sportmotorik entsprechen, das komplexe Zusammen-
spiel von bewegenden und stabilisierenden Muskeln erfordern und die koordinativen Fähigkeiten fördern.
Quelle:Jost Hegner
Fachleiter Sportbiologie / Bewegungs- und Trainingslehre
Institut für Sportwissenschaft, Universität Bern
Bremgartenstrasse 145, 3012 Bern
Autor des Buches: "Krafttraining, Mythen und Fakten" erschienen im "Ingold Verlag"