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Essen mit allen Sinnen - die ayurvedische Küche

Kalorienzählen können Sie vergessen. In der Gesundheitslehre Ayurveda treten Inhaltsstoffe wie Kalorien, Vitamine, Fette, Kohlenhydrate in den Hintergrund. Ob eine Speise einem gut tut, richtet sich nach der individuellen Verträglichkeit der Speisen, den momentanen Bedürfnissen sowie nach persönlichen Vorlieben und Abneigungen. Essen wird in erster Linie als sinnliches Erlebnis wahrgenommen.

Geschmack und Eigenschaften

Eine ayurvedische Grundregel besagt, dass jede Speise alle sechs Geschmacksrichtungen, die sog. Rasas (süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb) enthalten soll. Die folgende Übersicht verdeutlicht, welche Nahrungsmittel in welche Geschmackskategorie fallen:

Süß: Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Orangen, Bananen, Birnen, Weintrauben, Feigen, Gurken, Zwiebeln, Kohl, Linsen, Erbsen, süße Milchprodukte, Butter, Honig, Fleisch, Reis, Kartoffeln, Zucker, Nüsse, Öle aus Sesam, Sonnenblumenkernen oder Oliven.

Sauer: Joghurt, Käse, Hagebutten, Granatäpfel, Sauerkirschen, Zitronen, Essig

Salzig: alle Salzarten

Scharf: Pfeffer, Basilikum, Oregano, Majoran, Rosmarin, Thymian, Muskatnuss, Kümmel, Rettich, Paprika, Ingwer, Petersilie, Dill, Kamille

Bitter: Radicchio, Löwenzahn, Rucola, grüner Salat, Spinat, Rosenkohl, Mangold, Brennessel, Rhabarber

Herb: Bohnen, grüne Erbsen, Kichererbsen, Blumenkohl, Brokkoli, Chicorée, Fenchel, Spargel, Auberginen, Stangensellerie, Äpfel und Birnen

Darüber hinaus werden noch die Gunas, die Eigenschaften wichtiger Nahrungsmittel unterschieden. Die Gunas sind drei Paare: Nahrung kann schwer oder leicht, ölig oder trocken und heiß oder kalt sein. Hier auch wieder eine Übersicht zur Verdeutlichung der Gunas:

Schwer: Weizen, Rindfleisch, Käse

Leicht: Gerste, Hühner- oder Putenfleisch, Magermilch

Ölig: Milch, Sojabohnen, Kokosnuß

Trocken: Honig, Linsen, Kohl

Heiß: Pfeffer, Honig, Eier

Kalt: Minze, Zucker, Milch

Typgerecht Essen

Individuell wird die ausgewogene Ernährung auf den jeweiligen Konstititutionstyp (siehe Test: Welcher Konstitutionstyp sind Sie?). Ist man bspw. ein Vata-Typ sollte man Speisen zu sich nehmen, die Vata-dämpfend wirken, aber Pitta und Kapha stärken.

In der folgenden Matrix sehen Sie, wie die jeweiligen Konstitutionstypen ihre Nahrung zusammenstellen sollten:



Rasas

Gunas

Vata-Typ

süß, sauer,salzig

schwer, ölig, heiß

Pitta-Typ

süß, bitter, herb

kalt, schwer, trocken

Kapha-Typ

scharf, bitter, herb

leicht, trocken, heiß


Zehn ayurvedische Ernährungsregeln

  1. Essen Sie in ruhiger und angenehmer Atmosphäre. Konzentrieren Sie sich auf das Essen und vermeiden Sie es, während der Mahlzeit zu lesen, arbeiten oder fernzusehen.

  1. Legen Sie immer Wert auf schmackhaftes Essen und vergessen Sie nicht, dass Ihre Augen mitessen.

  1. Versuchen Sie regelmäßig zur gleichen Zeit zu essen und hören Sie auf, wenn Sie ¾ Ihrer Sättigungsmenge erreicht haben.

  1. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollten 3 bis 4 Stunden liegen, damit die Nahrung vollständig verdaut werden kann.

  1. Wasser, Saft oder Tee sind die idealen Getränke zum Essen. Bitte nicht eiskalt trinken, sondern idealerweise heißes Wasser, das Sie mit Zitrone oder Ingwer abschmecken können.

  1. Verwenden Sie vorwiegend frische Produkte aus heimischen Regionen. Verzichten Sie auf Dosenprodukte oder Fertiggerichte.

  1. ¾ der Nahrung sollte warm und frisch sein und ¼ aus kalter Nahrung wie Salate.

  1. Meiden Sie abends Sauermilchprodukte, tierisches Eiweiß und Rohkost.

  1. Da die Verdauungskraft mittags am stärksten ist, sollte hier die Hauptmahlzeit eingenommen werden. Abends sollte man nur leichte Kost zu sich nehmen.

  1. Gönnen Sie sich nach dem Essen ein paar Minuten Ruhe und Entspannung.

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