Sehr geehrte Frau Mag. Hoberstorfer,
mir liegt das Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf
sehr am Herzen.
Ich, 34 Jahre jung, Mutter von 2 Kindern (5+7
Jahre) verheiratet, habe den Wiedereinstieg nach der Karenzzeit, Gott sei Dank,
super geschafft!
Aber jetzt das große ABER:
Meine Firma liegt im 1. Wiener Gemeindebezirk und
ich pendle für meinen 20 Stunden Job täglich je 1 Stunde hin und auch wieder
zurück. War für mich nie ein Thema für einen guten Job eine gewisse Anreise in
Kauf zu nehmen. Solange meine Kinder im Kindergarten waren, war das auch nie ein
Problem. Der Kindergarten sperrt um 7 Uhr morgens auf, alles bestens. Mit der
Schule habe wurde auch geklärt das mein Sohn auch um 7 Uhr das Schulgebäube
betreten darf.
Das hat bis vor kurzem auch super funkioniert, doch
leider ist die Gemeinde plötzlich der Meinung, dass die Morgenbetreuung durch die
Putzfrau an der Schule nicht mehr möglich ist und es wurde von einem Tag auf den
anderen die Betreuung eingestellt.
Alle Versuche die Gemeine als Schulerhalter
umzustimmen sind fehlgeschlagen.
Angeboten wurde uns Eltern als Alternative die
Volkshilfe, welche sich für die 45 Minuten mit 85 pro Monat pro Kind zu Buche
schlagen würde.
Nicht einmal dem Elternverein (ich bin EV Obmann
Stv.) gelang es eine Lösung zu finden.
Es ist doch pervers bereits 2 1/2 jährige gratis in
den Kindergarten schicken zu können, aber Erstklässler lässt man auf der Straße
stehen?
Habe mich bereits auf der Landesregierung,
Bezirkschulrat und Landesverband der Elternvereine erkundigt, leider ist die
Gemeinde lt. Gesetz erst ab 07:45 verpflichtet das Schulgebäube zu
öffnen.
Wie soll man da Familie und Beruf
vereinbaren???
Nun meine Bitte bzw. Frage: Haben Sie noch eine
Idee wo ich als Mutter bzw. als Elternverein noch ansetzen könnte?
Ich würde mich sehr auf eine Nachricht von Ihnen
freuen und bedanke mich im voraus für Ihre Anwort!
Liebe Grüße
P. A.
Antwort: wie organisiere ich die Kinderbetreuung vor Schulbeginn?
Sehr geehrte Fr. A.,
Ihre Anfrage an das women30plus Expertenforum beantwortend
kann ich Ihnen Folgendes raten:
Wenn Sie oder Ihr Mann beruflich die Möglichkeit haben,
Ihre Arbeitszeiten flexibel einzuteilen, könnten Sie in der Früh - eventuell
abwechselnd - später ins Büro gehen, damit Sie keine Frühbetreuung für Ihre
Kinder benötigen.
Ist dies in Ihrem Fall nicht möglich
oder praktikabel, könnten Sie unter Einbeziehung der anderen Eltern versuchen,
die Frühbetreuung als Elternverein selbst zu organisieren (d.h. eine geeignete
Person zu suchen, die die Kinder idealerweise in den Räumlichkeiten der Schule
vor dem Unterricht betreut). Auch empfiehlt es sich, sich bei umliegenden
Kindergärten oder Tagesmüttern zu erkundigen, ob sie die Kinder vor Schulbeginn
aufnehmen können. Zuguterletzt besteht die Möglichkeit, sich an die Politiker
Ihrer Gemeinde oder an Medien (Zeitung, Radio, Fernsehen) zu wenden und auf die
Notsituation der Eltern an Ihrer Schule aufmerksam zu machen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Mit freundlichen Grüßen,
Nicole Hoberstorfer