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Expertenforum "Seele & Psyche"

Frage: Gibt es ein Eltern-Burn out?

Sehr geehrte Frau Leitner,
 
ich wollte mich bei Ihnen erkundigen, ob es so etwas wie ein Eltern-Burnout gibt. Ich habe drei kleine Kinder (5,3 und 1 Jahre alt) und fühle mich mehr und mehr überfordert. Besonders die großen sind im Trotzalter und tanzen mir auf der Nase herum. Das ist ja wahrscheinlich normal. Was mich beängstigt ist meine steigende Frustration, die mich immer öfter zu der Aussage führt: ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Meine Nerven liegen blank. Mein Partner unterstützt mich emotional nicht, sondern gibt mir eher auch noch das Gefühl, die Sache nicht in der Hand zu haben und überfordert zu sein. Was soll ich Ihrer Meinung nach tun? Ich kann ja schlecht, meinen Job als "Mutter" kündigen.
 
Danke für Unterstützung, liebe Grüße Lisa F.


Antwort: Gibt es ein Eltern-Burn out?


Liebe Lisa F. !

Zunächst einmal möchte ich Ihnen meine Hochachtung aussprechen. Es gehört sehr viel Mut dazu sich selber aber auch anderen gegenüber eine Überforderung einzugestehen. Allein das zeichnet Sie schon als verantwortungsvolle Mutter aus.

Es ist aber wahnsinnig wichtig, sich für solche Outings auch einen entsprechend geschützten Rahmen zu suchen.
Im Frühstadium des "Burn-Outs" (das gibts auch in der Eltern bzw. Mutterrolle !!) sind Gespräche mit Anghörigen und Freunden oft wenig hilfreich. Statt ein "Du reiß dich einmal zusammen, andere schaffen das auch mit links", ist das Gespräch mit einer Vertrauensperson, die ihnen einen wertschätzenden, neutralen aber keineswegs wertenden Rahmen bietet sicher zielführender.

Machen Sie sich - ohne Selbstvorwurf - bewusst, in welch verantwortungsvoller Position Sie sich als Mutter befinden und tun Sie das, was ManagerInnen in verantwortungsreichen Tätigkeitsbereichen in Unternehmen auch tun:

Holen Sie sich ein Team von kompetenten Mitarbeitern an Bord.
Ähnlich der Strukturen in einer Firma, gibt es auch im "Unternehmen Familie" verschiedene Aufgabenbereiche, für die unterschiedliche Personen zuständig sein dürfen.

Denken Sie einmal über die Struktur Ihres "Familienunternehmens" nach. Es werden sich bestimmt Teammitglieder finden, an die Sie die eine oder andere, kleinere oder auch größere Aufgabe delegieren können, um sich selbst zu entlasten. Wichtig hierbei ist, dass Sie die Zeit, die sie für sich gewinnen dann auch tatsächlich FÜR SICH nutzen um Ihnen etwas Gutes zu tun.

Sollte das beim besten Willen nicht möglich sein, so rate ich Ihnen dringend einen "externen Berater" zu Hilfe zu holen. Auch das ist in Unternehmen eine gängige Vorgangsweise, wenn eine Krise droht.

Ein solch "externer Berater" könnte im Fall "Unternehmen Familie" z.B. aus dem Bereich der Lebens- und Sozialberatung kommen.

Sollten Sie im Raum Wien zu Hause sein, stehe ich Ihnen im Bedarfsfall gerne zur Verfügung. Nähere Infos finden Sie auf meiner Homepage: www.claudia-leitner.at oder unter www.tzg.at

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Projekt "Umstrukturierung meines Familien-Unternehmens".

Mit lieben Grüßen
Claudia Leitner





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