Eine Expertin gibt Tipps für die nächste GehaltsverhandlungAuch im Jahr 2009 verdienen die Frauen immer noch deutlich weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. Und anstatt abzunehmen steigert sich die Einkommensdifferenz seit 1993 kontinuierlich. Im Durchschnitt verdienen Frauen in Österreich 25% weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit liegt Österreich unterhalb des EU-Durchschnitts von 15% Lohngefälle.
Und das obwohl mehr als die Hälfte der MaturantInnen und StudienabsolventInnen Frauen sind. Höhere Bildung ist also kein Garant für ein höheres Gehalt. Auch gut ausgebildete Frauen verdienen weniger als Männer. Ein Grund für diese Situation ist, dass Frauen sich in Gehaltsverhandlungen schlechter verkaufen und sich nicht trauen, mehr Gehalt zu fordern.
Wir haben eine Expertin befragt, wie Sie die Gehaltsverhandlungen zum eigenen Vorteil beeinflussen können. Manuela Lindlbauer, Geschäftsführerin Lindlpower Personalmanagement, hat uns folgende Tipps verraten:
women30plus: Frau Lindlbauer, gibt es einen idealen Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen?Lindlbauer: Ja, im Zuge eines Mitarbeitergesprächs, wenn man eine besondere Leistung erbracht hat, nach einer Beförderung oder eventuell nach einem ½-1 Jahr im neuen Job, wenn man seine ersten Sporen verdient hat.
Lindlbauer: Die Gehaltsverhandlung muss überlegt und begründet erfolgen: Fakten, Erfolge, Leistungen müssen (eventuell mit Zahlen) belegbar sein. Emotionalität hat im Gespräch nichts zu suchen.
Lindlbauer: Man muss selbst davon überzeugt sein, dass einem die Gehaltserhöhung zusteht. Die Erhöhung muss sachlich begründet werden können.
Lindlbauer: Sicher nicht der Vergleich mit KollegInnen. Sondern belegbare Fakten: Definierte Ziele oder Budgetzahlen wurden erreicht oder sogar übertroffen, zusätzliche Projekte wurden erfolgreich abgewickelt etc.
Lindlbauer: Man muss vorher mit sich selbst abklären, wie man mit einer Absage umgeht. Führt ein Nein des/der Vorgesetzten zu Demotivation und Beeinträchtigung der täglichen Arbeit? Vielleicht lässt sich dem/der ChefIn Alternativen anbieten, die in absehbarer Zeit zu neuen Gehaltsverhandlungen führen können: neue Ziele stecken, Prämiensystem erarbeiten, Stufenplan erstellen etc
Lindlbauer: Beim Neustart in einem Job gibt es meist nicht viel Verhandlungsspielraum, denn jedes Unternehmen hat ein individuelles Gehaltsschema. Zu Beginn ist also das Gehalt sicher auf die Position und erst nach einiger Zeit auf die Leistung abgestimmt.
Lindlbauer: Überdurchschnittliche Leistung, Engagement in Extraprojekten, gutes Netzwerk, entsprechende Präsentation der eigenen Leistungen und Fähigkeiten an richtiger Stelle, gutes Einvernehmen mit Vorgesetzten, Weiterbildung auch auf eigene Kosten und auf eigenes Betreiben, Überstundenbereitschaft, eigene Ideen einbringen, den richtigen Zeitpunkt für die Gehaltsverhandlung wählen, bestens vorbereitet ins Gespräch gehen.
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