FHWien - Studiengänge der WKW befragte österreichische PersonalmanagerInnen zur WirtschaftskriseMehr als die Hälfte der befragten Personalverantwortlichen in 160 österreichischen Unternehmen gaben an, dass aktuell vor allem der Abbau von Überstunden gefördert wird. Außerdem wird bei 51 Prozent der Unternehmen an Firmenfeiern und bei 58 Prozent an Beratungsaufträgen gespart. 43 Prozent sparen auch bei Lehrgängen und Seminaren für MitarbeiterInnen. Das ergab die aktuelle Umfrage "Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Personalmanagement" von Mag. Julia Halwax und Mag. Martina Morell, Human Resource-ExpertInnen der FHWien-Studiengänge der WKW.
160 Personalverantwortliche der österreichischen Top-500-Unternehmen nahmen an der Umfrage teil.
Generell lässt sich sagen, desto stärker ein Unternehmen von der Wirtschaftskrise bestroffen ist, umso härter trifft es die Einsparungen bei der Personalentwicklung. Bei 52 Prozent wird bei Firmenfeiern gespart und 43 Prozent setzen den Rotstift bei Lehrgängen und Seminaren für MitarbeiterInnen an. Konkret werden nun vor allem Weiterbildungsmaßnahmen in den Bereichen Moderation oder Strategieentwicklung reduziert.
54 Prozent vermindern Führungskräfte-Lehrgänge, 40 Prozent geben an, bei Moderations-Seminaren zu sparen und über 35 Prozent sparen bei Teamentwicklung, Projektmanagement und Konfliktmanagement.
Weniger stark reduziert werden Verkaufsschulungen. 58 Prozent der Befragten gaben an, an Beratungsaufträgen einzusparen. "Vor allem im Hinblick auf strategische Personalentwicklung sind diese Zahlen alarmierend und lassen befürchten, dass Unternehmen die Zeit nach der Krise vergessen und ihre MitarbeiterInnen nicht entsprechend fördern", meint Morell.
Kurzarbeit für 77 Prozent kein Thema
Insgesamt wirkt sich die Wirtschaftskrise laut den PersonalmanagerInnen bei 60 Prozent der Unternehmen stark bis sehr stark aus. Nur 11 Prozent der Unternehmen geben an, dass es sich, aufgrund der Branche oder langfristiger Verträge, gering bis gar nicht auf das Personal-management auswirkt. 66 Prozent der Befragten förden den Abbau von Urlaubstagen, knapp gefolgt von der Restrukturierung der Prozesse mit 65 Prozent. Überstundenabbau wird von 64 Prozent unterstützt.
78 Prozent geben an, freiwillige Sozialleistungen für die MitarbeiterInnen nicht auszusetzen, 77 Prozent der Befragten haben keine Kurzarbeits-Pläne und bei 72 Prozent kommt die Reduktion von Lehrstellen nicht in Frage.
"Es gibt offensichtich ein gängiges Maßnahmenpaket, das die betroffenen Unternehmen einsetzen. Kurzarbeit gehört allerdings nicht dazu", so Halwax.
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