Angelika (45) war in ihrer Karenzzeit Vollzeit-Mami, unangenehme jobbedingte Überraschungen inklusive.Als sich Benjamin vor mehr als 6 Jahren überraschend ankündigte, war die Freude bei Angelika und ihrem Partner Rainer riesengroß. Kinder wollten sie schon immer, es hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ergeben. Ihren fixen Job in der Fakturierung eines kleinen Fotohandels stellte sie für die Karenzzeit zurück, mit dem Vorsatz, nach 2 Jahren mit reduzierter Stundenanzahl wiederzukehren.
Angelika musste sich also nach einem neuen Job umsehen und wurde nach kurzem Arbeitslosenintermezzo einige Zeit später im selben Tätigkeitsbereich und der gleichen Branche wieder fündig. Auf die Frage, ob sie es denn heute anders machen würde, kommt ein klares Nein, an Pensionsbeiträge und Zuverdienstgrenzen hätte sie zwar gedacht, beeinflussen konnten diese Faktoren aber ihre Entscheidung, in dieser wichtigen Phase ganz für Benjamin da zu sein, nicht. Die Mutter-Kind-Beziehung der Anfangsjahre ist etwas Einmaliges, Vergängliches und kann selbst wenn einem zwischendurch immer wieder die Decke auf den Kopf fällt durch nichts ersetzt werden.
Auch der Großteil ihrer Freundinnen hat sich bewusst für das Vollzeit-Karenz-Modell entschieden, die meisten allerdings mit dem Vorteil, auf den alten Job zurückgreifen zu können. Auch wenn Angelika ihre Entscheidung von damals nicht leid tut, ist es ihrer Meinung nach notwendig, vor allem kleinere Betriebe in Bezug auf Jobsicherheit nach der Karenz zu unterstützen. Es müssten auch für Kleinunternehmen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es ermöglichen, flexible Regelungen mit werdenden Müttern einzugehen und ihnen den Arbeitsplatz nach der Karenzzeit sichern.
Alexandra (36) kehrte nach dem Mutterschutz in einen Teilzeitjob zurück
Dörthe (35) ist Alleinerzieherin und nutzte die Karenzzeit für eine berufliche Neuorientierung
Anette (45) nutzte die Karenz für ihre Weiterbildung
Eva-Maria (31) übernahm die finanzielle Versorgung der Familie, ihr Mann ging in Karenz
Katja (40) nutzte ein Forschungsstipendium, um beruflich am Ball zu bleiben
Sabine (40) machte sich nach der Geburt ihres Kindes selbständig
Silvia (38) teilte sich mit ihrem Partner die Karenz

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