Dörthe (35) nutzte die Karenzzeit für eine berufliche
Neuorientierung als Alleinerziehende ein BravourstückDurch die abrupte Trennung von ihrem Ehemann kurz vor der Geburt ihres Sohnes Valentin hat sich das Familien- und Arbeitsleben von Dörthe anders entwickelt als sie es sich vorher vorgestellt hat.
Vor der Schwangerschaft war Dörthe als Trainings-Managerin bei Clarins&Nobilkosmetik tätig. Ihr oblag die gesamte Schulung der Kunden in Gesamtösterreich sowie die innerbetriebliche Weiterbildung. Ihr war von Anfang an klar, dass sie nach der Karenz nicht in diesen abwechslungsreichen und interessanten Job zurückkehren kann, da die intensive Reisetätigkeit innerhalb Österreichs mit einem Baby nicht zu bewältigen ist.
Als Valentin ein Jahr alt war, begann Dörthe tageweise auf Honorarbasis für Clarins Promotioneinsätze als Visagistin zu machen weit unter ihrer Qualifikation. Valentin war in dieser Zeit bei einer Tagesmutter gut untergebracht. Allerdings merkte sie recht bald, dass die unflexiblen Arbeitszeiten von 10 bis 18 Uhr nicht mit der Kinderbetreuung zu vereinen waren.
Es begann die Phase der intensiven Planung: Was kann ich? Was will ich? Was ist kinderkompatibel? Genau in dieser Phase sprach sie eine gute Freundin an, ob sie im Vertrieb einer Naturkosmetik-Linie mitarbeiten möchte. Zuerst war Dörthe etwas skeptisch, weil Networkmarketing so einen schlechten Ruf genießt, aber ihre Freundin konnte die Vorurteile glaubhaft entkräften und Dörthe entdeckte für sich die Vorteile dieser Variante: sie hatte absolut freie Zeiteinteilung und konnte in dem Gebiet arbeiten, in dem sie sich auskennt und das sie gerne macht: Präsentationen und Infoabende vorbereiten und Aufbau eines eigenen Vertriebsnetz. Sie konnte wieder Menschen coachen und unterstützen wie in ihrem alten Job.
In diesem Job hat sie viele interessante und starke Frauen kennen gelernt, das hat ihr Zuversicht, Kraft und Sicherheit vermittelt. Auch ihr neuer Lebensgefährte unterstützt Dörthe tatkräftig bei ihrer beruflichen Entwicklung. So absolvierte sie eine Ausbildung als Lebens- und Sozialberaterin und machte sich mit dem eigenen Unternehmen selbständig. Seit Valentin zwei Jahre alt ist, besucht er einen privaten Kindergarten, denn öffentliche Plätze sind in Niederösterreich erst mit 2,5 Jahren zu bekommen.
Generell ist Dörthe aber zufrieden, was der Staat alles für Familien, Kinder und WiedereinsteigerInnen bietet. Wünschen würde sie sich aber ein Umdenken auf Unternehmensseite. Denn die Personalverantwortlichen sehen Mütter nach wie vor als Unsicherheitsfaktor und nicht als Bereicherung.

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