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Silvia; Bildquelle: www.women30plus.atSilvia (38) konnte schon während der Karenz „Zuständigkeiten“ in Sachen Kinderbetreuung an ihren Partner abgeben.

Silvia wollte ursprünglich gar keine Kinder, bis Veit kam und siegte. Heute sind sie zu viert, Anna (7) und Michael (4) nicht mehr wegzudenken. Gleichberechtigung wird bei dieser deutsch-österreichischen Verbindung, Veit kommt aus Heidweiler (Rheinland-Pfalz), groß geschrieben, und so wurde auch die Karenzzeit emanzipiert aufgeteilt.

Partnerschaftliche Karenz

Zunächst blieb Silvia, die mit Leib und Seele als Diplomgesundheitskrankenschwester im AKH tätig ist, bei beiden Kindern ein Jahr in Vollzeitkarenz. Nach diesem Jahr wählte sie bei Anna ein 20-Stunden-Modell, Veit, ebenfalls Krankenpfleger, war in dieser Zeit fulltime im Einsatz, während sie bei Michael diesen Arbeitsrhythmus eineinhalb Jahre durchzog, um dann für 6 Monate wieder voll zu arbeiten und Veit eine 20-Stunden-Woche zu ermöglichen.

Was sich so locker und easy anhört, war in Wahrheit ein permanenter Prozess des ständigen Koordinierens von Dienstplänen und ein Irrweg über Paragraphen, vermeintlich zuständige Stellen und Personalvertretungen. Niemand konnte Silvia und Veit konkrete, verbindliche Auskünfte darüber erteilen, wie es nun mit Zuverdienstgrenzen und Übergangsregelungen ausschaut. So kamen sie schließlich zu der Erkenntnis, dass sie es hier offenbar mit einer geschlossenen Mauer der Inkompetenz zu tun haben und nur hoffen können, dass sie auch tatsächlich im Rahmen der gesetzlichen Regelungen handeln.

Zum Glück hat sich bis zum heutigen Tage niemand bei ihnen gemeldet, ein höheres Involvement von öffentlicher Seite wäre ihrer Meinung nach jedoch schon angebracht gewesen. Etwas mehr Flexibilität wünscht sich Silvia auch von Arbeitgeberseite, denn obwohl es in ihrem Fall zwei Teilzeitmöglichkeiten gab, wäre ein Abweichen bzw. eine individuelle Regelung nicht möglich gewesen.

Apropos Flexibilität: diese ist laut Silvia auf jeden Fall angebracht, wenn es um Pensionsbeiträge, gesetzliche Regelungen, etc. geht. Denn egal für welches Modell sich eine Frau entscheidet, es kann nicht sein, dass die wertvolle Arbeit einer Mutter derart abgewertet bzw. Kinderbetreuungszeiten in Bezug auf die Pension so stiefmütterlich behandelt werden. Aufgrund dieser Problematik muss sich so manche Mutter für ein Arbeitsmodell entscheiden, das nicht unbedingt ihren Vorstellungen entspricht.

Silvia hat ihren goldenen Mittelweg gefunden, denn zum Einen hat sie dadurch den Anschluss in ihrem Job nicht verloren, und zum anderen konnte sie gemeinsam mit ihrem Partner die Kinder selbst betreuen. Dass diese Variante im wahrsten Sinne des Wortes jedoch doppelt belastend ist und für die Beziehung nicht mehr wirklich viel Zeit übrig bleibt, braucht eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Hier geht es zu unseren weiteren Fallbeispielen:

Alexandra (36) kehrte nach dem Mutterschutz in einen Teilzeitjob zurück
Angelika (45) war in der Karenz Vollzeit-Mami
Dörthe (35) ist Alleinerzieherin und nutzte die Karenzzeit für eine berufliche Neuorientierung
Anette (40) nutzte die Karenz für ihre Weiterbildung
Eva-Maria (31) übernahm die finanzielle Versorgung der Familie, ihr Mann ging in Karenz
Katja (40) nutzte ein Forschungsstipendium, um beruflich am Ball zu bleiben
Sabine (40) machte sich nach der Geburt ihres Kindes selbständig

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