In der Kastlwerkstatt von Monica Weinzettl werden 100jährige oder ältere Möbel aus Möbellagern, Flohmärkten oder Dachböden erst abgeschliffen, ausgebessert und repariert. Nach der Grundierung werden die Stücke individuell mit diversen Techniken bemalt, beklebt und lackiert.
Fertige Unikate gibts im Shop in Purkersdorf und im Internet zu besichtigen.
Ich bin eines Tages über ein Buch gestolpert, in dem verschiedene Techniken für Holzbearbeitung beschrieben wurden. Und ich dachte, wenn das auf Tabletts oder Schachteln geht, dann funktioniert das auch bei Möbeln. Man braucht nur mehr Farbe, mehr Motive und mehr Geduld.
Weinzettl: Das lässt sich so nicht sagen. Die meisten Stücke beziehe ich in Österreich, aber einige andere haben einen weiten Weg aus Frankreich hinter sich. Bis die bei mir in der Werkstatt landen, dauert es manchmal Wochen. Dann wird das Stück abgeschliffen, repariert und weiß grundiert. Erst dann beginnt meine eigentliche Arbeit. Oft habe ich schon eine genaue Vorstellung, wie das Kästchen werden soll, doch dann muss während der Arbeit umdenken, weil so alte Kästchen oft Flecken oder Kratzer haben, die sich nicht unsichtbar machen lassen.
Um ein Beispiel zu nennen: Das Rosenplatzerl ist ein Hunde- oder Katzenplatz geworden, weil eine Türe nicht mehr zu retten war. Jetzt ist es ein Einstieg für Vierbeiner und drin ist ein gemütliches Körberl entstanden. Bis zur Fertigstellung hat es etwa 110 Stunden gedauert.
Weinzettl: Ich hatte wohl Talent, aber ich habe auch nie aufgehört mich weiterzubilden und neue Techniken auszuprobieren. An den Anfängen waren aber sicherlich wieder meine Eltern schuld. Beide sind handwerklich begabt und ich habe schon in Kindesjahren viel genäht, später habe ich Schmuck gemacht oder Taschen.
Weinzettl: Nein, das habe ich nicht. Ich mache die Kästchen in Hinblick auf einen neuen Besitzer. Ich freue mich sehr und bin stolz, dass ich nur Kunden habe, die so symphatisch sind, dass ich ihnen die Stück gerne überlasse.
Mein allererstes Kästchen habe ich behalten, aber weniger aus Nostalgie, denn ich habe erst gewisse Sachen ausprobieren müssen. Es hat einige Schwachstellen, deshalb hätte ich es nie verkauft. Jetzt steht das Engelskastl bei uns im Schlafzimmer und erinnert mich daran, was man alles kann, wenn man nur will.
Weinzettl: Ja und das funktioniert auch schon sehr gut. Meine Kunden können ein eigenes Kästchen bringen, oder sie werden in meinem Lager fündig. Dann bespricht man die Wünsche und Vorstellungen und ich verleihe jedem Kästchen dann die individuelle Note.
2012 beginne ich auch mit Familienkästchen. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich ein geeignetes Druckverfahren gefunden habe, aber jetzt kann man mir z.B. Familienfotos bringen (die Originale bleiben erhalten) und ich kann dann schöne Erinnerungsstücke machen. Das geht natürlich auch mit Hobbies, Vorlieben oder anderen Vorlagen.
Weinzettl: Der Plan ist, international bekannt zu werden. So sehr ich Österreich schätze, aber der ausländische Markt ist in der Kunst- und Möbelbranche sehr reizvoll. Nach der Wohnen und Interieur Messe in Wien (10. bis 18.3.) möchte ich internationale Messen besuchen, um neue Möglichkeiten zu erschließen.
Weinzettl: Diese Frage wird uns oft gestellt. Daher nehmen wir an, dass die allgemeine Meinung ist, man müsse unterschiedlichen Jobs nachgehen, damit eine Beziehung funktioniert. Wir haben die gegenteilige Erfahrung gemacht, denn wir müssen uns nicht abends den Tag erzählen. Keiner fragt: Warum kommst du jetzt erst nach Hause?
Außerdem wir kleben ja nicht aneinander. Wir stehen für einige Stunden miteinander auf der Bühne. Während dieses Interviews ist Gerold zum Beispiel bei einer Sendungsaufzeichnung im ORF und dann geht er einkaufen, was ich hasse. Dafür liebe ich ihn noch mehr!

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Öffnungszeiten:
Freitag 9-18 Uhr
Samstag 9-12 Uhr