Ulrike Friedl-Anderle, Trainerin und Coach, hat für women30plus, den Ratgeber für Frauen, eine Serie zum Thema der modernen Business Etikette zusammengestellt. Im zweiten Teil der Serie geht Ulrike Friedl-Anderle auf das Thema Image näher ein:
Image ist die Summe der Erwartungen und Vorstellungen, die man mit einer bestimmten Person in Verbindung bringt. Das Image einer Person ist also nicht unbedingt der Mensch, so wie er wirklich ist, sondern wie er wahrgenommen wird.
Die Frau im Vordergrund:
Der offene Blick ist sehr gut, ihre "straighte" Businesskleidung ebenfalls. Die verschränkten sind hier jedoch nicht passend: die meisten Menschen nehmen verschränkte Arme als Distanz war (obwohl es ein Zeichen von Entspanntheit sein kann), dadurch verliert die Frau an Authentizität, weil sie damit ein anderes Signal sendet als mit dem offenen, lächelnden Blick
Die Frau im Hintergrund:
Sie telefoniert und blickt dabei ihr (vermutliches) Gegenüber sehr einladend an. Nun, wenn dieser Blick gekoppelt ist an eine, eventuell auch nonverbale Entschuldigung, hier vor Publikum zu telefonieren, dann ist das okay.
Wenn das Telefonat danach kurz und bündig ist, noch besser. In der Realität ist es oft so, dass Menschen mit Hingabe telefonieren, wenn sie Zuhörer haben. Aus der, oft auch unbewussten Haltung heraus, die anderen an der eigenen interessanten Persönlichkeit teilhaben zu lassen. Ob die das wollen? Meist nicht, meist wird es als unhöflich, im schlimmsten Fall als arrogant, erlebt.
Zur Kleidung: der Ausschnitt ist für einen Business-Anzug zu tief, zuumindest sollte hier ein Tuch oder ein Schal getragen werden, bei Hosenanzüge und Kostümen besser zu gedeckteren Farben greifen, dieser Hosenanzug hier passt in die Freizeit, nicht ins Business.
Unser Verhalten, wenn wir einander begegnen, folgt einem Relikt aus Urzeiten: Blitzschnell hatten wir seinerzeit unser Gegenüber taxiert, um Freund oder Feind auszumachen, über Flucht oder Angriff zu entscheiden. Heute noch nehmen wir in Sekundenschnelle die andere Person nicht nur wahr, wir schätzen sie auch sofort ein: Ob sympathisch oder unsympathisch, sicher oder unsicher, wir filtern weiter nach eigenen Vorstellungen bzw. Erfahrungen:

Dieser erste Eindruck, den wir alle voneinander haben, der immens wichtig ist, weil er die Weichen für weitere Reaktionen, Schritte und Kontakte stellt.
Es zeigt sich, dass sich bei der Begegnung mit anderen Menschen unsere Wahrnehmung zu ca. 55% an Aussehen und Verhalten, zu ca. 38% an der Stimme (Tonfall, Stimmlage, Verständlichkeit) und zu ca.7% am Inhalt orientiert.
Es gibt natürlich die Möglichkeit, den ersten Eindruck zu korrigieren, aber ein beschwerlicher, oft langer Weg, der hier auf einen wartet
Mit diesem Wissen können Sie Ihr Image, also die Wahrnehmung Ihrer Person, wunderbar selbst steuern: Sie entscheiden, wie Sie gesehen werden wollen, welches Bild Sie von sich abgeben möchten, welchen Ausschnitt Ihrer Persönlichkeit Sie zeigen. Am besten treffen Sie Ihre Wahl nach dem Umfeld, in dem Sie sich bewegen (beruflich oder privat) nach Situation oder auch nach spezifischer Aufgabenstellung.
Ihr Image spiegelt Ihr vielschichtiges Selbst wieder und lässt Sie dennoch authentisch sein: Weil Sie selbst gewählt haben, welche Aspekte Sie von sich, von Ihrer Persönlichkeit, wann und in welchem Rahmen zeigen.
Positive Wirkung beim Gegenüber erzeugen Sie mit jenen positiven Bildern, die Sie ihm von sich vermitteln oder einfach formuliert: ohne Ja zu Ihrer Person, kein Ja zu Ihren Themen.
Deshalb überlegen Sie sich genau, welches Image Sie vermitteln wollen, denn:
UNSER AUSDRUCK MACHT EINDRUCK!
Paul Watzlawik, einer der ganz großen Kommunikationswissenschaftler formuliert es so: Man kann nicht nicht kommunizieren, wir kommunizieren immer.
Auf unsere Erscheinung, unser Auftreten, unser Image zusammengefasst: wir wirken immer und überall und sind uns dessen bewusst
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Hier geht`s zum ersten Teil des 1x1 der Business Etikette
Hier geht`s zum 5. Teil der Business-Etikette für Frauen: NEIN sagen
Hier geht`s zum 6. Teil der Business-Etikette für Frauen: Small Talk
Hier geht`s zum 7. Teil der Business-Etikette für Frauen: Begrüßung und Vorstellung
Hier geht`s zum 8. Teil der Business-Etikette für Frauen: Die Tischsitten

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