Gleiches Geld für gleiche Leistung
EQUAL PAY DAY AM 16. April 2009
Frauen verdienen selbst im 21. Jahrhundert um 28 Prozent weniger als Männer. So müssen Frauen, die im Jahr 2009 Vollzeit arbeiten, insgesamt 73 Werktage länger arbeiten, um auf das gleiche Einkommen zu kommen wie männliche Kollegen. Das ist vom Beginn des Jahres bis zum 16. April 2009. Daher hat das internationale Karriere-Netzwerk Business and Professional Women (BPW) diesen Tag zum EQUAL PAY DAY erklärt. In neun Bundesländern finden an unterschiedlichen Orten Aktionen für Lohngerechtigkeit für Frauen statt.
Frauen verdienen bei gleicher Arbeitszeit, Qualifikation und beruflicher Stellung weniger als ihre männlichen Kollegen. Mit Podiumsdiskussionen und Aktionen unter anderem in Wien, Salzburg, Innsbruck und Linz, wird die seit Jahren bestehende Ungleichheit in der Bezahlung ins Zentrum gerückt. BPW Austria hat den Equal Pay Day in Österreich eingeführt, damit dieses Problem endlich angegangen wird, betont Sylvia Dillinger-Brigl, Präsidentin von BPW Austria.
Eine von vielen Gründen für die seit 1993 ständig wachsende Einkommensschere ist die fehlende Lohntransparenz: Viele Frauen wissen gar nicht, dass männliche Kollegen in den gleichen Positionen um vieles mehr verdienen. Demnach fehlt ihnen die Grundlage für eine faire Gehaltsverhandlung, so Dillinger-Brigl. BPW spricht sich für mehr Transparenz bei den Einkommen aus: Die Einführung eines Lohnspiegels wäre ein erster Schritt.
Weibliche Arbeit ist weniger wert
Weiters gäbe es für klassisch weibliche Berufe auch weniger exakte Stellenbeschreibungen, z.B. im Sozialbereich: Der Wert dieser Arbeit wird nicht dem der männlichen Berufe gleich gestellt. Was wir nicht definieren, können wir nicht bewerten: Angestellte Männer in der Industrie können auf exakt definierte Jobsdescriptions zugreifen. Auch eine Krankenschwester leistet Schwerarbeit, wenn sie einen Menschen trägt. Bloß ist dies nicht als Teil ihres Jobs beschrieben, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Frauen tragen den Großteil der Last unserer Gesellschaft: Haushalt, Kinder und Familie inklusive die Pflege Angehöriger. Zusätzlich haben sie einen Beruf, für den sie 73 Werktage jährlich länger arbeiten müssen. Die Gehaltskluft behindert auch die Wirtschaft: Weniger Geld in den Taschen der Frauen heißt, dass sie weniger ausgeben und investieren können, weniger für ihre Altersvorsorge zurücklegen und weniger Steuerzahlungen in die Staatskasse abführen können.
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