Plastische Chirurgie ist Vertrauenssache

Plastische Chirurgie ist Vertrauenssache

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Wer Schönheits-OPs durchführen darf, ist in Österreich relativ grob reglementiert. Was du beachten solltest...

Wer in Österreich Schönheitsoperationen bzw. plastisch-chirurgische Eingriffe vornehmen darf, und wer nicht, ist relativ grob reglementiert. Das Ergebnis sind viele selbst ernannte Spezialisten und ein erhöhtes Risiko für den Patienten.

Wer sich für die Schönheit unters Messer legt, gerät nicht automatisch an einen Facharzt für plastische Chirurgie. Sonstige Fachärzte, aber auch Allgemeinmediziner können sich Zusatzqualifikationen im Rahmen diverser Seminare aneignen, sodass auch sie ästhetische Eingriffe vornehmen können. Der Begriff der Schönheitschirurgie ist in Österreich nämlich kein geschützter und somit die berufliche Qualifikation vieler Ärzte zumindest fragwürdig. Besonders massiv zeigt sich dieser Umstand etwa bei Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen, zwei der beliebtesten Eingriffsarten. So kann Ersteres beispielsweise von einem Gynäkologen und Zweiteres etwa von einem Dermatologen durchgeführt werden.

Damit die Schönheits-OP ein Erfolg wird

Damit die Schönheits-OP ein Erfolg wird

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Nicht alles, aber viel

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Arzt anbieten kann, was er will. Die Verordnung der Österreichischen Ärztekammer hält fest: „Fachärztinnen (Fachärzte) eines in den Anlagen 1 bis 7 genannten Sonderfaches, denen eine oder mehrere der in der jeweiligen Anlage angeführten ästhetischen Operationen zugeordnet sind, sind berechtigt, diese ästhetischen Operationen durchzuführen“. Das heißt etwa, dass jemand mit dem Sonderfach „Frauenheilkunde und Geburtshilfe“ dazu befugt ist, unter anderem Bruststraffungen, Fettabsaugungen und Eigenfetttransfer am Patienten durchzuführen. Seit dem neuen Gesetz für Schönheitsoperationen, das Jänner 2013 in Kraft trat, dürfen nur noch Fachärzte für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie das ganze Spektrum an Schönheitseingriffen anbieten.

Schön billig?

In Österreich werden jährlich rund 40.000 Eingriffe zu Schönheitszwecken vorgenommen – von einem Boom der Branche kann also mit Recht gesprochen werden. Wie bei jeder anderen Dienstleistung auch, bestimmen vor allem zwei Gesichtspunkte den Wettbewerb: Preis und Qualität. Zwei Dinge, die oft in einem Konkurrenzverhältnis stehen und einander ausschließen. Qualitativ hochwertige Eingriffe können nur von bestausgebildetsten Ärzten vorgenommen werden, welche natürlich preislich nicht mit den Billiganbietern konkurrieren können. Letztere sparen dafür leider des Öfteren an der falschen Stelle: Aufgrund der oftmals großen räumlichen Distanz zwischen Patient und Arzt, verzichten beispielsweise viele Patienten auf regelmäßige Nachkontrollen und setzen sich damit der Gefahr von Infektionen und Wundheilungsstörungen aus. Damit ergibt sich nicht nur ein Risiko für das Gesamtresultat der Operation, sondern auch für die eigene Gesundheit.

Vorab informieren

Grundsätzlich sollte man sich bereits vor dem Eingriff über die Fakten und Risiken ästhetischer Operationen im Klaren sein. Als weiteren Schritt empfiehlt es sich, über den gewählten Arzt Informationen einzuholen – etwa, welche Ausbildung dieser besitzt und ob er ein ordentliches Mitglied der ÖGPÄRC (Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie) ist. Letzterer Punkt gilt als Garantie dafür, dass die sechsjährige Ausbildung zum Facharzt für plastische Chirurgie absolviert wurde. Auch, ob ein Arzt Routine und langjährige Erfahrung aufweisen kann, ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Eine Internetrecherche kann hierbei oft eine erste Hilfestellung bieten. Meist kann man bereits anhand des Webauftritts feststellen, inwieweit man es mit einem qualitativ hochwertigen oder eher einem Billig-Angebot zu tun hat. Außerdem ist es stets sinnvoll, auf Bewertungen früherer Patienten zu achten.

Vertrauen geht vor

„In Deutschland geht man jährlich von etwa einer halben Million an Schönheits-Ops aus – eine Zahl, die sich weiter erhöhen wird“, meint Dr. Daniel Thome von der Plastischen Chirurgie in München aesthetic and soul. „Immer wieder kommen Patienten zu uns, die bereits einen verpfuschten Eingriff hinter sich haben – besser wäre es da natürlich, bereits im Vorhinein bei der Wahl des Arztes auf Qualität zu setzen.“ Genaue Zahlen zu schiefgegangenen Eingriffen findet man nicht. Bei 5.000 Fettabsaugungen wird mit einem Todesfall gerechnet, die Dunkelziffer soll aber höher liegen. „Wichtig ist es, nie nur eine Expertenmeinung einzuholen, sondern stets mehrere Kliniken zu kontaktieren und die Beratungsgespräche miteinander zu vergleichen. Manche Billig-Anbieter verzichten etwa zu Beginn auf ein persönliches Gespräch, sondern stellen ihre Diagnose per Mail. So kann weder Vertrauen, noch ein zufriedenstellendes Ergebnis entstehen,“ weiß Thome. Bei den persönlichen Treffen gilt es, konkrete Fragen zu Ablauf und Planung der Operation zu stellen. Optimalerweise stellt sich schon nach dem Erstgespräch ein Gefühl des Vertrauens und der Sympathie ein. Danach ist meist klar, welcher der favorisierte Arzt ist und alles Weitere kann vereinbart werden.

Hilfestellung, wenn etwas schief geht

Plastisch-ästhetische Chirurgie erfreut sich noch nie da gewesener Beliebtheit. Setzt ein Patient im Vorfeld seines Eingriffes auf eine fundierte Recherche, kann er sich nicht nur viel Zeit und Geld sparen, sondern auch darauf vertrauen, die richtige Wahl zu treffen und sich in erfahrene Hände zu begeben. Sollte das Ergebnis dennoch nicht zur Gänze dem Gewünschten entsprechen, bietet die Fachgesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie Hilfestellung. Unter der Hotline 0820 820 600 können sich Patienten informieren und einen Termin für eine kostenlose und professionelle Fachmeinung von einem erfahrenen Arzt vereinbaren.

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