Unzufriedenheit durch schlaffe oder zu große Brüste: Informatives für Betroffene

Bruststraffung durch Mastopexie

Straffe Brüste dank Mastopexie

Auch eine zu große Oberweite kann belasten.
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Ob nach der Schwangerschaft, aufgrund starker Gewichtsschwankungen oder altersbedingt durch einen Elastizitätsverlust im Bindegewebe: Eine erschlaffte oder hängende Brust kann eine enorme psychische Belastung werden. Schließlich gelten wohlgeformte, runde und pralle Brüste als wesentlicher Teil des Schönheitsideals.
Besonders Betroffene, die zuvor ihrem persönlichen Ideal entsprachen und mit ihrer Oberweite zufrieden waren, leiden unter entsprechenden Veränderungen. Die Annahme, dass insbesondere Krafttraining helfen soll, ist leider ein Trugschluss. Die Brust weist vergleichsweise wenig Muskelmasse auf, sondern besteht größtenteils aus Drüsengewebe. Sport hilft deshalb nicht. Um dem sensiblen Körperbereich eine neue Form zu verleihen, ist die Durchführung einer Bruststraffung erforderlich, Mastopexie genannt.
Für ein möglichst langanhaltendes Ergebnis mit möglichst wenig Narben, wird häufig auf die Vertikal-Methode zurückgegriffen, also die vertikale Schnittführung. „Sie verläuft um die Brustwarze herum und senkrecht nach unten bis in die neu definierte Unterbrustfalte“, erklärt Dr. med. Mariam Omar, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie auf ihrer Internetpräsenz zur Bruststraffung. Auch die Fachärztin wendet die genannte Methode in ihrer Aesthetic Clinic in Berlin Charlottenburg an. Nachdem die Brustdrüsen angehoben und auf Höhe der Brustwarzen auf dem Brustmuskel fixiert wurden, wird der Brusthügel neu geformt und Warzenvorhof sowie Brustwarze nach oben verlagert. „Alle Blutgefäße und Nerven bleiben erhalten. Das sichert Ihnen postoperativ das Gefühl und ermöglicht Ihnen u.U. zu stillen“, fügt Dr. med. Mariam Omar hinzu.
Rund sieben bis 14 Tage nach dem Eingriff sind Patientinnen wieder arbeitsfähig. Da eine Krankschreibung ausschließlich bei medizinischer Notwendigkeit möglich ist, muss in der Regel Urlaub eingereicht werden. Mütter sollten für die Zeit der Heilung Unterstützung zur Versorgung ihrer Kinder in Anspruch nehmen. Schwer tragen oder heben sowie sportliche Aktivitäten wie Joggen, Reiten oder Schwimmen sind in den ersten sechs Wochen nach der Operation konsequent zu meiden. Während dieser Phase ist das Tragen eines Kompressions-BHs wichtig. Weiterführende Informationen zur Bruststraffung finden Interessentinnen auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Im Rahmen eines informativen Beitrags verweist die Fachvereinigung auf einen umfassenden Patientenratgeber zum Thema, der online kostenlos heruntergeladen werden kann. Hinsichtlich der Kosten für Bruststraffungen nennt der DGÄPC einen Rahmen von 5.000 bis 8.000 Euro und erklärt: „Auch wenn viele Bruststraffungen rekonstruktive Operationen sind, übernehmen Krankenkassen die Kosten für das Straffen der Brust fast nur nach Krebsoperationen oder bei massiven angeborenen Brustdeformitäten.“
Wichtig: Das endgültige Ergebnis einer Bruststraffung ist direkt nach der Operation nicht erkennbar. Bis sowohl die geplante Brustform als auch die korrekte Position der Brustwarzen erreicht werden, sollten Frauen mit mindestens sechs Monaten rechnen. Wobei die Phase des Ausformens der Brüste auch bis zu zwölf Monate dauern kann. Zu Beginn wirken die Brüste optisch häufig etwas unnatürlich und überkorrigiert. Der Abschwellungsprozess bringt die gewünschte Ästhetik.

Wenn die Oberweite zu üppig ist: kaschieren oder operieren?

Ein Übermaß an Brust kann überaus stören. Je nach Gewicht kommt es zu Rückenproblemen, erheblichen Verspannungen oder gar Haltungsschäden. Nimmt das körperliche Leiden überhand, sollten Betroffene einen operativen Eingriff in Erwägung ziehen und sich zumindest gründlich über ihre Optionen informieren.
Eine chirurgische Verkleinerung wird mit dem Ziel durchgeführt, die Lebensqualität von Patientinnen zu verbessern. Die operative Brustverkleinerung nennt sich im Fachjargon Mammareduktion. Ihr geht eine intensive Beratung von einem Ästhetisch-Plastischen-Chirurgen voraus. Während Beratungsgesprächen klären Ärzte über Risiken auf und erläutern die potenziellen optischen Veränderungen, die im Bereich des medizinisch Möglichen liegen. Welche Schnitttechnik zur Anwendung kommt, hängt von der Brustgröße und der individuellen Anatomie ab. Zur Auswahl stehen folgende Methoden:
⦁    T-Methode (Anker-Methode): Schnittführung rund um Brustwarzenhof, senkrecht nach unten und horizontal unter der Brust
⦁    I-Methode (Vertikal-Methode): Schnittführung um Brustwarzenhof und senkrecht nach unten
⦁    L-Methode: Schnittführung um Brustwarzenhof, senkrecht nach unten mit vertikalem Schnitt in Unterbrustfalte
⦁    O-Methode (Benelli-Methode): Schnittführung ausschließlich rund um Brustwarzenhof (eignet sich nur zur Entnahme kleiner Gewebemengen)
Die zeitlichen Empfehlungen hinsichtlich des Verzichts auf Sport und des Tragens eines stützenden Büstenhalters stimmen mit den Hinweisen zur Bruststraffung überein.

Halten sich körperliche Beschwerden aufgrund großer Brüste in Grenzen und diese werden größtenteils optisch als negativ empfunden, kann das Wohlbefinden durch Kaschieren mit Hilfe ausgewählter Bekleidung gefördert werden. Zu vermeiden, sind beispielsweise großformative Muster. Sie betonen die Brust unnötig. Dunkle Farben lassen die Oberweite und die gesamte Silhouette kleiner beziehungsweise schmaler wirken. Um nicht nur in Schwarz auftreten zu müssen, genügt es Top, Bluse oder Pullover in dunklen Nuancen zu tragen. Jacken und Westen können helle und farbenfrohe Töne aufweisen. Oversize-Mode ist bei großer Brust nicht ideal, gleichermaßen wenig wie enganliegende Oberteile. Figurschmeichelnde, fließende und matte Textilien mit mäßigem V-Ausschnitt sind ratsam.

Informatives zur Brustvergrößerung

Sind weder zu große noch erschlaffte Brüste das Problem, sondern zu kleine, könnte eine Brustvergrößerung die Lösung sein. Auch hier ist das Know-how des operierenden Arztes entscheidend für ein schönes Ergebnis. Im Interview beantwortet ein Facharzt aus München die wichtigsten Fragen.

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