Emotionales Essen

Emotionale Esser essen nicht aus Hunger, sondern um Gefühle zu "behandeln".

unsplash

     

Was ist "emotionales Essen"?

Kennst Du das? Einfach etwas essen (oder Trinken) zu müssen? Obwohl Du längst satt bist? Aus Langeweile essen, aus Frust essen oder bei Sress essen?

Dann hast Du vielleicht in Deiner Jugend gelernt, dass Essen Liebe bedeutet oder Sicherheit oder dass Deine Gefühle nicht Ok oder nicht erlaubt sind. Vielleicht wurde Dir immer, wenn Du geweint hast, etwas Süßes angeboten? Kann es sein, dass Du damals gelernt hast, Deine Gefühle mit Essen zu dämpfen oder zu stopfen?

Wenn Du gelernt hast, Gefühle mit Essen zu “behandeln”, dann bist du ein emotionaler Esser. Dann ist es auch wahrscheinlich, dass Du diese Lösung im Erwachsenenalter ebenfalls benutzt. Dann ist es wahrscheinlich, dass Du mindestens ein wenig übergewichtig bist.

Hast Du gegen die plötzlichen Hunger-Attacken auch schon “Tricks” angewendet? Tricks, wie das Zählen von zehn bis eins rückwärts oder hast Du schon versucht, den Hunger mit schierer Willenskraft zurück zu halten? Wie lange hat das funktioniert?

Bei mir hat das oft zu noch größerem Hunger geführt. Ab und zu mal aus emotionalen Gründen zu essen ist kein Problem. Es wird erst zum Problem, wenn man so viele zusätzliche Kalorien zu sich nimmt, dass man zu nimmt. Ich habe einige Woche mit einer Kalorienzähl-App verfolgt. An normalen Tagen hatte ich ein kleines Kaloriendefizit, war also auf dem Weg, abzunehmen. Regelmäßig hatte ich
allerdings einen Tag in der Woche, in der mein Essverhalten stark abwich: an solchen Tagen habe ich dann über 4000 Kalorien gegessen. In der Summe habe ich dadurch genauso viel gegessen, um mein Gewicht zu halten. Immerhin, kann man sagen, nicht zugenommen.

Trotzdem sieht man daran, dass auch “seltenes” emotionales Essen langfristig zu Übergewicht führen kann.

Emotionales Essen - was kann man dagegen tun?

Obwohl sich der emotionale Hunger so stark und überwältigend anfühlt, kannst Du ihn überwinden!

  • Lerne Deine Gefühle anders zu behandeln, lerne damit anders umzugehen. Lerne Deine Gefühle zu spüren und sie dann einfach gehen zu lassen. Stell Dir vor, es wäre nicht mehr nötig, sie zu stopfen, weil sie einfach von selbst vergehen, wenn Du sie lässt!
  • Lerne Dich in Deinen Ansprüchen an Dich und die Welt um Dich zu entspannen.
  • Stärke Dein Selbstwertgefühl, dann gibt es seltener Grund für Dich, Dich mit Essen zu trösten.
  • Lerne Dein Herz zu öffnen und alte Geschichten loszulassen. Dann fällst Du nicht mehr in die alten Gefühle, nur weil Dich irgendetwas an eine Niederlage, eine Scham erinnert.
  • Entwickle Mitgefühl mit Dir selbst. Verzeihe Dir, wenn Du doch noch mal viel zu viel isst. Schließlich führen Selbstvorwürfe wieder zu weiteren negativen Gefühlen, die man dann vielleicht wieder versucht mit Essen zu behandeln.
  • Lerne intuitives Essen. Lerne genau zu spüren, was Dir bekommt, wann Du satt bist, ob Du vielleicht nur Durst hast oder ob irgendein Stress jetzt zu diesem Hunger führt. Erinnere Dich wieder an die Art, wie Du als Kind gegessen hast (bevor Du mit Lob und Tadel darauf trainiert wurdest, immer Deinen Teller leer zu essen), oder wie Du vielleicht als Schwangere viel besser auf Deinen Körper gehört hast. Es ist ein Lernprozess der Zeit benötigt. Trotzdem kannst Du Dich langfristig von allen Essproblemen befreien, wenn Du die Geduld dafür aufbringst. In zwei oder mehr Jahren zum Wunschgewicht zu kommen ist doch immer noch besser als nie?

Seit ich diese Lernschritte durchlaufen habe und mit meinen Gefühlen arbeite, statt sie zu bekämpfen, hat sich mein Leben stark gewandelt:

  • Ich kann mich nicht genau erinnern, wann ich das letzte Mal aus emotionalen Gründen viel gegessen habe.
  • Ich habe gestern vergessen einen Nachtisch zu essen (beziehungsweise ich war mit einem Apfel zufrieden!)
  • Wenn ich keine Schokolade im Haus habe, ist das kein Problem mehr für mich.

Ich nehme zwar langsam, dafür aber dauerhaft ab. Ich fühle mich viel ausgeglichener. Es macht wirklich Spaß, beim Essen und auch sonst auf meine Intuition zu vertrauen.

Ingrid Beckmann

Ingrid Beckmann

Über die Autorin

Ingrid Beckmann ist Mitautorin des Online-Kurses “glücklich abnehmen” bei glueckswissenschaften.de, in dem Teilnehmerinnen in ca. 60 geführten Meditationen lernen mit ihren Gefühlen umzugehen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, ihr Essverhalten zu überdenken und zu verändern und ihre Selbstheilungskräfte anzuregen.

Das interessiert dich auch

Balance

Depositphotos/wavebreakmedia

Produkt-Test: Airfryer von Philips

Balance

pixabay

Ernährung in den Wechseljahren

Balance

Depositphotos/macniak

Grillarten: wie finde ich den passenden Grill?

Balance

©wollertz/Depositphotos

Leichtes Rezept: Gegrillter Spargel mit Serrano-Chips

Balance

ars vivendi Verlag

Homemade Happiness - geniale, alltagstaugliche Rezepte von Chelsea Winter

Balance

Tam West

Rezept: Rauchig-scharfe Suppe mit Chorizo und Halloumi

Balance

Tam West

Rezept: Marokkanischer Hähnchensalat mit Aprikosen (Marillen)

Balance

Tam West

Rezept: Rote-Bete-Salat mit Cashewkernen und Feta

Balance

pixabay

Vegetarisches Kürbis-Reisfleisch Rezept

Balance

pixabay

Tipp: Das große Gewürzbuch