Frühjahrsmüdigkeit: Ursachen, Wirkungen, Gegenmaßnahmen

Wie kommt es zu Frühjahrsmüdigkeit und was kannst du dagegen tun?

Wenn der Winter auf dem Rückzug ist und die ersten Sonnenstrahlen an Kraft gewinnen, haben viele Menschen mit einem besonderen Problem zu kämpfen: der Frühjahrsmüdigkeit. Eine reduzierte Leistungsbereitschaft und das Gefühl einer latenten Erschöpfung sind Ausdruck dieses Phänomens, das im klassischen Sinne keine Krankheit, sondern eine jahreszeitlich bedingte Erscheinung ist.

Symptome der Frühjahrsmüdigkeit

Die Frühjahrsmüdigkeit tritt in aller Regel zwischen Mitte März und Ende April auf. Sie ist bei den Betroffenen auch immer unterschiedlich stark ausgeprägt. Sichtbarster Ausdruck dieses Erschöpfungszustandes ist eine kontinuierliche Müdigkeit trotz ausreichender Schlafdauer. Außerdem sind Wetterfühligkeit, Schwindelgefühl und in einigen Fällen sogar Kreislaufschwäche zu verspüren. Bei einzelnen Personen lässt sich auch eine gewisse Gereiztheit feststellen, bei anderen werden Kopfschmerzen diagnostiziert. Nicht zuletzt können Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen die Folge von Frühjahrsmüdigkeit sein.

Viele kämpfen im Frühjahr mit Schlappheit und Energielosigkeit: die Frühjahrsmüdigkeit; Bildquelle: istockphoto, Todor Tsvetkov
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Eigentlich komisch: draußen erwacht die Natur, die ersten Pflanzen treiben aus und wir werden müde und abgeschlagen.

Erklären lässt sich dieses Phänomen damit, dass der Körper für die Umstellung von der dunklen Jahreszeit an die neuen Licht- und Temperaturverhältnisse Zeit braucht. Die gute Nachricht: es handelt sich dabei um keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion des Körpers.

Hormonhaushalt im Umbruch als wohl wesentliche Ursache

Eine der zentralen Fragen, mit denen sich die Schulmedizin seit Jahrzehnten beschäftigt, befasst sich mit den Ursachen von Frühjahrsmüdigkeit. Bis heute ist allerdings keine abschließende und vor allem keine vollständige Antwort auf diese Frage gefunden worden.

Kämpfst du mit Frühjahrsmüdigkeit?
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Fest steht, dass der Hormonhaushalt des Menschen eine große Rolle spielt. Diese biochemischen Stoffe spielen für den Stoffwechsel eine zentrale Rolle und entscheiden maßgeblich über Wohlbefinden oder Unwohlseins.

Im Winter wird vermehrt Melatonin, auch bekannt als „Schlafhormon“ produziert, dafür weniger vom „Glückshormon“ Seratonin. Durch die im Frühjahr länger werdenden Tage stellt der Körper seinen Hormonhaushalt um. Verstärkt werden Testosteron, Östrogen oder Endorphin ausgeschüttet. Durch die Zunahme der UV-Strahlung im Frühjahr wird das Glückshormon Serotonin nun verstärkt produziert. Im Gegenzug wird das für den Schlaf verantwortliche Hormon Melatonin vermindert produziert. Jetzt muss sich der Hormonhaushalt erst wieder einpendeln. Diese Umstellung geht am menschlichen Körper natürlich nicht spurlos vorbei und äußert sich in Form von Müdigkeit.

Aber auch mangelnde Bewegung und zu wenig (Sonnen-)Licht tragen zur Frühjahrsmüdigkeit bei.

Lichtverhältnisse haben Einfluss

Und auch der Biorhythmus spielt eine wichtige Rolle. Durch die sich im Frühjahr verändernden Lichtverhältnisse versucht sich der menschliche Körper auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Dieser Prozess wird noch dadurch erschwert, dass die Uhrzeit von Winter- auf Sommerzeit umgestellt wird.

Auch die kontinuierliche Zunahme der Temperatur ist für den menschlichen Organismus mit einer bedeutenden Umstellungsleistung verbunden. Die steigenden und im Frühjahr stark schwankenden Temperaturen führen außerdem zu einer Belastung des Blutdrucks, denn durch einen plötzlichen Temperaturanstieg sinkt dieser automatisch. Bedingt wird das Ganze dadurch, dass sich die Blutgefäße aufgrund der Wärme weiten – der Betroffene empfindet dies als ein Gefühl der Müdigkeit.

Aktiv gegensteuern – so gelingt es am besten

Schüsssler Salze
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Wer erfolgreich gegen Frühjahrsmüdigkeit ankämpfen möchte, der sollte viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornbrotessen. Zusätzlich können drei bis sechs Mal täglich bestimmte Schüßler Salze gegen Erschöpfung und Müdigkeit eingenommen werden, wie z.B. Calcium Phosphoricum (Nr. 2), Ferrum Phosphoricum (Nr. 3), Natrium Phosphoricum (Nr. 9). Außerdem empfiehlt es sich, seinen Tagesablauf dem Rhythmus der Sonne anzupassen, zeitiger aufzustehen und aktiv durch Spaziergänge oder andere Aktivitäten an der frischen Luft gegenzusteuern.

Gymnastische Übungen und Wechselduschen sind ebenfalls dazu geeignet, den Hormonhaushalt in Schwung zu bringen. Je konsequenter diese Maßnahmen berücksichtigt werden, desto effektiver ist der Kampf gegen das ständige Gähnen bei strahlender Sonne

Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit

Licht, Licht und noch einmal Licht. Gehe so oft wie möglich ins Freie und tanke bewusst Sonnenlicht. Gehe spazieren oder erledige Telefonate im Freien. Bereits eine halbe Stunde im Freien bewirkt Wunder. Effektiv ist auch, wenn du morgens gleich nach dem Aufstehen deine innere Uhr auf Tag stellst: gehe dazu einfach ein paar Minuten ins direkte Tageslicht (entweder am offenen Fenster oder Balkon oder Terasse, es muss auf jeden Fall direkt sein. Also Licht durch eine Scheibe zählt nicht!). Schau mit dem Gesicht direkt ins Licht, in den Augen liegen die Rezeptoren, die ans Gehirn melden, das jetzt Tag ist und du wach sein sollst.

Schweinsbraten ade. Stell deine Ernährung auf Frühling um – vitaminreiche, leicht verdauliche Speisen sind jetzt angesagt. Diese belasten den Organismus nicht so sehr wie die schweren „Winterspeisen“. Nimm viel Vitamin C zu dir, am besten Kiwis oder Khakis. Auch wirksam gegen müde Knochen sind Schnittlauch und Kresse – also einfach mal dazwischen ein Brot mit Butter und diesen Kräutern essen oder den Salat damit verfeinern.

Schlafrhythmus anpassen. Wenn du dich abends müde und schlapp fühlst, gib diesem Gefühl nach und zwinge dich nicht krampfhaft, wach zu bleiben. Der Körper braucht viel Kraft und damit Schlaf, um sich umzustellen. Versuche dafür morgens früher aufzustehen.

Inneren Schweinehund überwinden. Bewegung und Sport ist der größte Feind der Frühjahrsmüdigkeit. Beginne am besten mit einem leichten Ausdauertraining wie Joggen, Fahrradfahren oder Walken. Wenn du keine Zeit für Sport findest, integriere Bewegung in deinen Alltag. Lass den Aufzug stehen und nimm die Stiegen oder steige erst eine Haltestelle später in den Bus.

Kreislauf ankurbeln. Beginne gleich morgens im Bett mit ein paar Übungen wie Radfahren oder Venenpumpe. Bei der Venengymnastik zuerst die Zehen abwechselnd beugen und strecken, dann den ganzen Fuß beugen und strecken und zum Schluss die Füße kreisen (jede Übung jeweils 30 Sekunden lang). Hartgesottene können Wechselduschen machen. Wer`s nicht ganz so extrem mag, kann ein Salzpeeling mit ein paar Tropfen Rosmarin versuchen. Das ätherische Öl wirkt kreislaufstabilisierend und ermöglicht mit seinem wunderbaren Duft einen erfrischenden Start in den Tag.

Titelbild: © depositphotos/AllaSerebrina

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