Gelassenheit beginnt im Kopf

Wie kann ich mit problematischen Situationen umgehen und trotzdem gelassen bleiben?

     

Kennen Sie diesen wunderbaren Spruch? "Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Reinhold Niebuhr)

Diesen weisen Spruch haben bestimmt viele Menschen schon gelesen. Einfach ausgedrückt heißt das, dass wir in allen unbefriedigenden oder problematischen Situationen genau zwei Möglichkeiten haben: Sie zu ändern oder sie hinzunehmen.

Gelassenheit üben

Gelassenheit üben

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Wir müssen nur erkennen, welche Situationen wir ändern können und welche nicht

In der Umsetzung gestaltet sich das jedoch schon wesentlich schwieriger. Veränderungen brauchen Mut, denn das heißt neue Wege zu gehen – die unbekannt und oft unsicher sind. Es heißt sich seinen Ängsten, Zweifeln, Unsicherheiten oder Bewertungen und möglichen Urteilen der Mitmenschen zu stellen und seinen Weg zu gehen. Wer sich solchen Herausforderungen jedoch schon einmal gestellt hat, der weiß, dass man sich meistens alles schlimmer ausmalt, als es dann tatsächlich ist. Und letztendlich führt der Mut, eine Situation zu verändern in eine bessere Seins-Qualität.

Wesentlich schwieriger ist es jedoch, sich mit einer Situation abzufinden, die man einfach nicht ändern kann. Wie kann man Gelassenheit entwickeln und eine Situation hinnehmen wie sie ist? Hinnehmen bedeutet annehmen, was ist und loslassen, das Beste aus einer Situation zu machen. Dies kann nur über die Änderung der inneren Einstellung geschehen. Dabei ist es wichtig, die eigenen Bewertungen und Urteile anzuschauen – über sich, die Situation und die daran beteiligten Personen. Denn genau diese Urteile und Bewertungen entscheiden, ob wir uns gut oder schlecht fühlen, ob wir uns erfolgreich oder erfolglos, akzeptiert oder abgestoßen, minderwertig oder wertvoll, glücklich oder unglücklich fühlen. Urteile und Bewertungen kommen immer aus dem Verstand, Dinge, die wir irgendwann im Laufe des Lebens von anderen übernommen haben oder Bewertungen, die wir unseren eigenen Erfahrungen gegeben haben. Oft sind es auch Annahmen, wie das Leben zu sein hat und wie nicht. Genau diese Annahmen, Bewertungen und Urteile können in bestimmten Situationen zu Stress, Ärger Unzufriedenheit, Wut, Hoffnungslosigkeit und Konflikten führen.

Ein einfaches Beispiel hierzu:

Zwei Menschen tragen jeden Tag die Zeitung aus, um nebenher noch etwas Geld für die Familie zu verdienen, da die Lebenskosten immer weiter steigen. Der eine ärgert sich tagtäglich über die mindere Arbeit, die er machen muss. Der andere genießt seinen Spaziergang an der frischen Luft, die Bewegung, die seinen Körper gut tut, die Zeit, die er für sich hat und das zusätzliche Geld, mit dem er seine Familie ernähren kann. Welcher dieser Menschen ist Ihrer Ansicht nach glücklicher und gelassener?

Buddha

Gelassener Buddha

Wer sich mit einer ungeliebten Situation abfinden muss und sie dennoch in eine befriedigende Situation verwandeln möchte, der kann sich also folgende Fragen stellen: Welche Urteile und Bewertungen habe ich über diese Situation/Menschen? Woher kommen diese Urteile und Bewertungen? Wie ist meine Reaktion darauf? Und welche Gefühle erzeugen sie? Durch Innehalten, Bewusstwerden und Verändern können neue Entscheidungen getroffen und alte Bewertungen losgelassen werden. So kann aus einer körperlich anstrengenden Arbeit „bezahltes Fitnesstraining“ werden, aus der ungeliebten Hausarbeit „meditative Kontemplation“, aus einer Kündigung der „Anstoß seine eigenen Potenziale zu entfalten“, aus einer Lebenskrise die „Chance zu innerem und äußerem Wachstum“. Jeder Mensch hat immer zwei Möglichkeiten sein Glück zu gestalten:

Indem er seine Situation verändert oder eine andere Einstellung zu seiner Situation entwickelt. Mentaltraining ist hierfür ein wunderbarer Weg, denn es hilft dabei, sich über Bewertungen, Urteile, versteckte Emotionen oder hinderliche Ängsten bewusst zu werden, sie loszulassen und durch neue, fördernde Mentalstrukturen zu ersetzen, die wesentlich glücklicher und gelassener machen – ein Weg in eine bessere Seins-Qualität.

Co-Autorin: Britta Saphira Brutscher

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