Coaching-Serie: Wenn der Mut zur Veränderung fehlt

Mut zur Veränderung

Die einzige Konstante im Leben ist Veränderung. Das zeigt die Lebenserfahrung und so heißt es im Allgemeinen. Dennoch fällt uns der Schritt, uns vom Gewohnten abzuwenden, oft sehr schwer. Gerade Frauen im Alter von 30plus fehlt oft der Mut zur Veränderung.

Business- & Lifestyle Coach Alice Nilsson gewährt uns in diesem Gastbeitrag Einblick, warum uns Veränderung schwer fällt und wie wir diese trotzdem angehen können.

Eine neue Richtung einschlagen im Job oder in ihrer Beziehung, eine neue Ausbildung beginnen oder gar ein Jahr ins Ausland gehen? Alles zurücklassen, was bis dato aufgebaut wurde und nochmal etwas Neues ausprobieren? Vieles davon klingt reizvoll. Doch kaum gedacht oder ausgesprochen melden sich schon die inneren Zweifel und machen den Mut zur Veränderung zunichte:

⦁ Was sagen die anderen?
⦁ Was, wenn es schief geht?
⦁ Dafür ist es jetzt zu spät, das hätte ich mir früher überlegen müssen.
⦁ Das traue ich mir nicht zu. Zu unsicher.

Und schnell flüchten wir uns zurück in unser gewohntes Leben. In unsere vermeintliche Sicherheit.

Raus aus der Komfortzone

Veränderung ist nicht immer einfach. Oft scheinen wir festzusitzen in unserer Lebenssituation und bemerken gar nicht, dass wir uns unser Gefängnis selbst gebaut haben.

So ähnlich ist das auch bei Conny. Sie ist 36 Jahre und seit fünf Jahren in einer Beziehung, die mittlerweile mehr von Gewohnheit geprägt ist als von Liebe. Ihr Job im Produktmanagement ist zur Routine geworden und seit Corona und Home Office stellt Conny so manches in Frage.

Sie geht zwei Mal pro Woche joggen, um den Kopf freizubekommen und Klarheit zu gewinnen. Doch irgendwie ist Conny die innere Zufriedenheit abhandengekommen. Während sie früher stundenlang mit ihrem Freund auf der Couch chillen und Netflix schauen konnte, hat sie heute das Gefühl, dass sie feststeckt und ihre wertvolle Lebenszeit verfliegt.

Conny spürt, dass Weiterentwicklung und Veränderung gut für sie wären, doch diesen Gedanken traut sie sich nicht, zu Ende zu denken. Je lauter sich ihre innere Stimme meldet, desto mehr versteckt sie sich in ihrer Komfortzone.

Was bremst unsere Veränderungsgedanken?

1. Negative Glaubenssätze

Oft sind es negative Glaubenssätze und Bewertungen anderer, die unser Wachstum bremsen. Seit Kindertagen predigen Eltern oder Lehrer „mantraartig“ deren Vorstellung davon, wie ein „gutes Leben“ auszusehen hat. Nur wenige junge Menschen haben den Mut und das Selbstbewusstsein, diesen Lebensentwürfen ihre eigenen Vorstellungen entgegenzusetzen.

Stattdessen wird das Gehörte unreflektiert übernommen. Wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen, wie zum Beispiel Ausbildung, Partner-, oder Berufswahl sind daher oft stark determiniert von den Vorstellungen anderer. Kein Wunder, dass sich viele mit Mitte Dreißig fremdgesteuert fühlen und das Bedürfnis nach Veränderung haben.

Wer das Gefühl hat, festzustecken in seiner vermeintlichen Komfortzone kann etwas dagegen tun. Denn wir haben viel mehr Entscheidung über das eigene Leben, als wir denken.

Die meisten Menschen betrachten ihre Situation aus dem Blickwinkel des Mangels und der Gefahren. Anstatt auf das zu schauen, was alles da ist und was alles möglich wäre, plagen uns Sorgen und Zweifel, die andere in unseren Kopf gesetzt haben.

Mein Tipp:
Schalte den Autopiloten deiner Gedanken ab.
Mach dir klar, dass Gedanken keine Fakten sind.
Du bist nicht zwangsläufig Opfer deiner negativen Gedanken. Du kannst dich daraus befreien, indem du ihre wahre Natur als überlieferten Glaubenssatz enttarnst und sie mit Fragen einem Faktencheck unterziehst.

⦁ Wer sagt denn, dass man sich mit 30plus schon auf einen sicheren Job festgelegt haben muss?
⦁ Was spricht dagegen, die Beziehung nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen, bevor man sich endgültig dafür entscheidet?
⦁ Wieso sollte es nicht möglich sein beruflich nochmals umzusatteln, oder ins Ausland zu gehen?

2. Selbstvertrauen gibt Mut zur Veränderung

Geh in dein Selbstvertrauen. Dann kommt die Neugierde, der Mut und die Lust auf Veränderung ganz von selbst.

Mein Tipp:
Beobachte, wie du mit dir selbst kommunizierst.


⦁ Kommuniziere freundlich und achtsam mit dir selbst!
⦁ Ermutige dich, so wie du deiner beste Freundin Mut zusprechen würdest.
⦁ Glaube an dich selbst!
⦁ Mache dich frei von bremsenden Glaubenssätzen und stehe ein für deine Ideen und Träume.
⦁ Nimm dich an mit all deinen Facetten. Du bist OK.
⦁ Schaue auf das, was du schon alles geschafft hast und feiere es.
⦁ Es ist dein Leben und dein gutes Recht, es zu gestalten.

Kontrolle über die eigenen Gedanken zu übernehmen und ermutigend und positiv mit sich selbst zu kommunizieren, ist möglich. Sich selbst Mut zur Veränderung zu machen, braucht eine Portion Achtsamkeit und Übung. Anstatt zu denken wie der Autopilot es vorschlägt, einfach mal Zweifel und Ängste beiseite schieben und frische Gedanken zulassen, dann wird Veränderung möglich.

Nach dem Motto: „Ich mach mein Ding“.

>> Erfahre in diesem Beitrag unserer Coaching-Serie, warum ein Business- oder Life Coaching für dich Sinn machen könnte.

>> Coaching-Serie: Grenzen setzen

>> Coaching-Serie: Der innere Kritiker

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