Teilzeit begünstigt Vorsorgelücke bei Frauen

Frauen sparen monatlich weniger als Männer

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Frauen sparen 35 Prozent weniger an als Männer.

Teilzeit begünstigt Vorsorgelücke bei Frauen; Bildquelle: istockphoto, Lise Gagne

Teilzeit begünstigt Vorsorgelücke bei Frauen; Bildquelle: istockphoto, Lise Gagne

istockphoto, Lise Gagne

Durchschnittlich legen Frauen in Österreich 247 Euro monatlich zur Seite, das sind 131 Euro weniger als Männer. Das ergibt eine repräsentative Integral-Umfrage von Erste Bank und Sparkassen zum Finanzverhalten von Frauen. Hauptgrund dafür sind Einkommensunterschiede.

Obwohl nur 16% der Frauen das Thema Finanzen als „Frauensache“ sehen, entscheiden immerhin 42% der Österreicherinnen unabhängig und selbstständig über ihre Geldangelegenheiten. Bei der Veranlagung des Geldes steht bei Frauen die Sicherheit im Vordergrund.

Finanzentscheidungen werden nach wie vor eher den Männern zugetraut. Nur 14% der Alpenbürgerinnen und -bürger finden, dass Finanzen „Frauensache“ sind. Fast drei Mal so viele (36%) ordnen Finanzen dem männlichen Kompetenzbereich zu. Die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher findet beide Geschlechter gleichermaßen zuständig.

„Es erstaunt, dass Frauen, die heute vielfach unabhängig über Karriere und Familie entscheiden,
sich im Finanzbereich als wenig kompetent einstufen. Schließlich sind zwei Drittel der Frauen
erwerbstätig und verfügen damit über eigenes Geld“, so Birte Quitt, Leiterin des Vertriebs der
Erste Bank Oesterreich. 

Klicken Sie hier, um das große Bild anzusehen: Umfrage zum Finanzverhalten der Frauen; Bildquelle: Erste Bank, Integral

Klicken Sie hier, um das große Bild anzusehen: Umfrage zum Finanzverhalten der Frauen; Bildquelle: Erste Bank, Integral

Erste Bank, Integral

Nur 16% der befragten Frauen definieren Finanzen als Frauensache, dagegen geben doppelt so viele Frauen (32%) sogar an, dass es Männersache sei. In der Realität zeigt sich dagegen, dass 42% der Frauen unabhängig über ihr Einkommen und Vermögen bestimmen, nur 10% überlassen dies dem Partner. 

Fast die Hälfte aller Finanzentscheidungen wird gemeinschaftlich getroffen: 48% der Frauen und 44% der Männer gaben an, sich partnerschaftlich abzustimmen.

Weniger für Vorsorge aufgrund kleinerer Einkommen

Durchschnittlich sparen Frauen für sich und ihre Familie 247 Euro pro Monat an. Die Männer können mit 378 Euro monatlich um die Hälfte mehr in den Sparstrumpf stecken. „Übers Jahr gerechnet sind das über 1.500 Euro Differenz“, stellt Quitt fest, „was nicht daran liegt, dass die Frauen verschwenderischer mit ihrem Geld umgehen würden. Die Differenz resultiert eindeutig aus den Einkommensunterschieden.“

Laut Statistik Austria verdienen Frauen in Österreich durchschnittlich 40% weniger als die
Männer, vor allem aufgrund der weit verbreiteten Teilzeitanstellungen. Beinahe die Hälfte der berufstätigen Österreicherinnen arbeitet nicht Vollzeit.

„Teilzeitanstellungen und minimale private Vorsorge kann im Alter zu bösen Überraschungen beim Pensionsbezug führen.“, so Quitt.

Der Großteil der monatlichen Sparsumme wandert bei beiden Geschlechtern für die eigenen Bedürfnisse auf die Seite. Trotz Einkommensunterschieden wenden beide Geschlechter für die eigenen Kinder in etwa gleich viel auf (42 Euro).

Sparbuch und Bankberater auf Platz 1

Als beliebtester Ratgeber in Geld- und Finanzangelegenheiten gilt bei mehr als der Hälfte der Frauen ihre Bankberaterin oder Bankberater, gefolgt von Familienmitgliedern und dem Partner (beide 30%).


Bei Männern steht die Partnerin als Ratgeber für Finanzen mit 16% nicht besonders hoch im Kurs, da holen sie sich lieber gar keinen Rat (17%).

Frauen sind Anlegerinnen mit ausgeprägtem Sicherheitsbewusstsein: 74% besitzen ein Sparbuch, 65% einen Bausparer und 44% eine Lebensversicherung. Risikoreichere Anlagen wie Aktien, Anleihen und Fonds besitzen nur ein Viertel der Österreicherinnen, denn Wertpapiere sind für 58% der Österreicherinnen und Österreicher eindeutig Männersache.

Zur Umfrage:
Die Erste Bank beauftragte das Marktforschungsinstitut INTEGRAL für eine telefonische Befragung zu Geldanlage von Frauen und Männern. In der Zeit von 30.Jänner bis 5. Februar 2013 wurden 500 Personen befragt, ob Finanzen Frauen- oder Männersache sind, wer die Entscheidungen hinsichtlich Geldthemen trifft und wie viel, für wen und in welche Produkte monatlich
Geld beiseite gelegt wird. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren.

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