Bedrohung Burn-Out: wann ist es zuviel?

Burn Out: wann ist es zuviel?

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Lies hier das ausführliche Interview mit Kinesiologin und Mentalcoach Claudia Leitner zum Thema Burn-Out-Prävention.

Claudia Leitner; Bildquelle: Claudia Leitner, PR

Claudia Leitner; Bildquelle: Claudia Leitner, PR

Claudia Leitner, PR

Interview mit Kinesiologin und Mentalcoach Claudia Leitner

Die Anforderungen und Belastungen im Job steigen. Immer mehr Menschen fällt es schwer, abzuschalten, sich zu erholen und Kraft zu tanken. Sie fühlen sich energielos, überlastet, können sich schlecht konzentrieren und leiden unter Schlafstörungen. Von diesen Erschöpfungszuständen zum Burn-Out ist es nur mehr ein kleiner Schritt.

Wir haben mit der Burn-Out-Expertin Claudia Leitner ein Interview geführt, wie man die ersten Warnzeichen erkennt und erfolgreich gegenlenken kann.

Frage 1: Wie äußert sich das Burn-Out Syndrom? (siehe unten)

Frage 2: Sind bestimmte Berufsgruppen besonders gefährdet?

Frage 3: Gibt es Frühwarnsignale?

Frage 4: Wie kann man frühzeitig gegenlenken?

Frage 5: Kann der Arbeitgeber auch zur Prävention beitragen?

Frage 6: Wohin kann man sich wenden, wenn man glaubt „ausgebrannt“ zu sein?

Frage 7: Wie schaut die Burn Out Therapie aus? Wie lange dauert sie?

Wie äußert sich das Burn-Out-Syndrom?

Claudia Leitner: Wie in diversen Publikationen und Veröffentlichungen ausführlich beschrieben, verläuft das Burn-Out Syndrom in 12 Stadien. Die Übergänge der einzelnen Stadien sind jedoch fließend.

Die gesellschaftliche Definition, wie ein erfolgreicher Mensch zu sein hat und dass ebensolche immer einen vollen Terminkalender haben müssen, möglichst nie für etwas Zeit haben, kurz gesagt ständig im Stress d.h. unter Spannung stehen, leistet einen wesentlichen Beitrag, unerkannt in das erste Stadium des Burn-Outs zu rutschen.

Dieses 1. Stadium ist gekennzeichnet durch den „ZWANG“ sich zu beweisen. Betroffene werden in ihrem Tun und Handeln durch gesellschaftliche Werte und Normen noch bekräftigt.

Diesem folgt dann rasch und gleitend das 2. Stadium: der verstärkte Einsatz für eine Sache, eine hohe Bereitschaft des Betroffenen sein Letztes an Leistung zu geben. Bereits hier finden wir beim Betroffenen die Tendenz, eigene Bedürfnisse nicht mehr wahrzunehmen, der schleichende Beginn von Stadium 3.

Bis hierhin wird dem Betroffenen zumeist noch Lob und Anerkennung aus seinem Umfeld zuteil. Er wird als besonders dynamisch, flexibel und leistungsfähig beschrieben; manchmal zwar als übertrieben ehrgeizig, aber Hauptsache die Leistung ist überdurchschnittlich.

Nein zu sagen, sich seiner Grenzen bewusst zu werden, für Ausgleich und Balance im Leben zu sorgen, wird für den Betroffenen zunehmend uninteressanter, weil er seinen Selbstwert, sein Selbstbewusstsein hauptsächlich aus dem Feedback seines Umfeldes erhält und stützt.

Die Stadien 4 – 12 sind durch einen zunehmenden Verlust des Selbstwertes und der Selbstachtung gekennzeichnet. Im psychischen Bereich erlebt sich der Betroffene als unverstanden, hoffnungslos, verloren, orientierungslos. Die Folgen sind verminderte Leistungsfähigkeit, Unzuverlässigkeiten uvm. Aus der ehemals stützenden Anerkennung von außen wird Ablehnung und Diskriminierung.

Innere Leere, sozialer Rückzug, Gleichgültigkeit sich und anderen gegenüber sind die Folge. Psychosomatische Reaktionen wie Blutdruckprobleme, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Gewichtsveränderungen treten zunehmend in den Vordergrund.

Die Betroffenen „funktionieren“ bis in die letzten Stadien oft routinemäßig, jedoch ohne wirklich zu agieren oder tatsächlich am Leben teil zu nehmen. Das Umfeld empfindet sie als eigenartig „komisch“, als „Nichtstuer“ und „Krankenstands-Schinder“. Offen angesprochen wird das veränderte Verhalten jedoch in den seltensten Fällen. Der Betroffene wird dadurch noch weiter in die Isolation gedrängt, wird zum Mobbingopfer oder um sich zu schützen und seine Situation nach außen hin zu verbergen oftmals auch zum Mobbingtäter.

Die völlige Burn-out Erschöpfung, Stadium 12, ist ein lebensgefährlicher körperlich-geistiger Erschöpfungszustand mit erhöhter Suizidgefahr.

Hier geht`s zu den Fragen 2 und 3

Zur Person Claudia Leitner:

Geboren 1963 in Wien, 25 Jahre Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich, 2002 – 2005 nebenberufliche Ausbildung am Mentalcollege in Bregrenz zum Dipl. Mentalcoach und

zur Dipl. Lebens- und Sozialberaterin, seit 2006 Beratung und Coaching in eigener Praxis,

seit 2007 zertifizierte Touch for Health Kinesiologin, laufende Aus- und Weiterbildungen im Bereich NLP, Familienstellen, Systemisches Coaching und der Kinesiologie mit dem Spezialgebiet der Psychologischen Kinesiologie.

Kontakt:

Claudia Leitner
Dipl. Lebens- und Sozialberaterin
Therapiezentrum Gersthof
Gentzgasse 135 – 137
1180 Wien
Tel.: 0699 1 952 20 40
E-Mail: www.tzg.at

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