Interview mit Claudia Leitner zum Thema Burn Out 3

Wo kann mich hinwenden, wenn ich befürchte ein Burn Out zu haben?

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Frage 6: Wohin kann man sich wenden, wenn man glaubt „ausgebrannt“ zu sein?

Claudia Leitner: Ich möchte hier gleich noch auf die Fragestellung eingehen. Wenn man glaubt ausgebrannt zu sein, ist man wahrscheinlich schon mittendrin und es wird höchste Zeit etwas zu unternehmen. Als erste Anlaufstelle rate ich immer dazu, einen Arzt des Vertrauens zu konsultieren. Das kann natürlich der Hausarzt sein, der in der Regel ja seine Patienten auch gut kennt. Für den Betroffenen ist das oft der leichtere Weg als z.B. im Unternehmen zum Betriebsarzt oder Arbeitsmediziner zu gehen, aus Angst er könnte gesehen werden oder sein Problem könnte im Betrieb wie ein Lauffeuer kursieren.

Aber auch Betriebsärzte und Arbeitsmediziner unterliegen der Schweigepflicht und man sollte unbedingt auch diese Möglichkeit nutzen, um sich beraten zu lassen.

Ein weiterer Schritt könnte dann der Weg zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie sein. Auch hier kann man sich beraten lassen, welche medikamentöse Behandlung nun angezeigt ist und welche weiterführenden therapeutischen Schritte wie z.B. Psychotherapien oder gegebenenfalls auch ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus ratsam wäre.

Frage 7: Wie schaut die Burn Out Therapie aus? Wie lange dauert sie?

Claudia Leitner: Wenn die Betroffenen endlich den Weg zum Arzt, Therapeuten etc. finden, ist eine medikamentöse Behandlung meistens unumgänglich und sollte auch unbedingt angenommen werden. Ich sehe es so, dass oftmals erst durch die Wirkung der Medikamente die Kraft und Energie gefunden wird, auch andere Therapiemöglichkeiten zu nutzen. Aber Achtung: Keine Medikamente ohne ärztliche Verschreibung – das kann fatale Folgen haben. Auch das spätere Absetzen der Medikation ist nur unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen!

Der nächste Schritt ist sicher die langsame Veränderung der bisherigen Lebensgewohnheiten. Erfahrungsgemäß geht das nicht ohne professionelle Unterstützung. Hier gibt es eine Vielzahl von therapeutischen Angeboten: von Psychotherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, Bewegungstherapien und Körperarbeit, Energiearbeit bis hin zur Kinesiologie. Oftmals ist eine Kombination verschiedener Therapierichtungen hilfreich.

Wie lange eine Behandlung dauert, ist unterschiedlich und sicherlich auch davon abhängig, in welchem Stadium des Burn-Outs die Behandlung einsetzt.

Der Weg ins Burn-Out ist ein langer und dementsprechend ist der Betroffenen dann auch aufgefordert, sich für den Weg heraus die entsprechende Zeit zu nehmen. Das kann schon bis zu 12 Monate oder länger dauern, in der man zu „scheinbarem“ Nichtstun angehalten ist.

Wer jedoch diese Zeit nutzt, sich mit sich selber auseinanderzusetzen, der wird aus dieser Krise gestärkt und mit neuem Lebensmut heraustreten, neue Möglichkeiten und Wege für die eigene Lebensführung erkennen und leben lernen.

Oftmals ist solch eine Krise auch der erste Schritt, überholtes und altes hinter sich zu lassen, und etwas Neues, Großartiges, Lebenserfüllendes zu beginnen.

Eine Krise beinhaltet immer auch die Chance etwas zu verändern. Schon die „alten Chinesen“ wussten über den Zusammenhang von Krise & Chance Bescheid, und verwenden für beide Begriffe sich stark ähnelnde Schriftzeichen.

Eine Krise macht es oft erst möglich, die Dinge zu erkennen, die verändert werden müssten um mehr Wohlstand, mehr Lebensqualität im Leben jedes einzelnen zu erreichen oder auch im Business mehr Umsatz, mehr Kunden, höhere Kundenbindung, mehr Gewinn, zufriedene und motivierte Mitarbeiter usw. zu erzielen.

Als Dipl. Lebens- und Sozialberaterin, Dipl. Mentalcoach und zert. Kinesiologin unterstütze ich alle Veränderungswilligen auf dem schwierigen Weg aus der Krise in die Chance.

Allen, die sich für ein gesundes Wachstum der eigenen Persönlichkeit, der Persönlichkeiten der Führungskräfte und Mitarbeiter in ihrem Unternehmen interessieren, stehe ich für eine erste Beratung und, wenn erforderlich, auch längerfristigen Begleitung gerne zur Verfügung.

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