Interview mit Claudia Leitner zum Thema Burn Out

Lehrerinnen gehören zu den von Burn Out gefährdeten Berufsgruppen

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Frage 2: Sind bestimmte Berufsgruppen besonders gefährdet?

Claudia Leitner: Früher nannte man das Burn-out Syndrom auch Managerkrankheit. Genau genommen ist das heute richtiger denn je. Sind wir nicht alle Spitzenmanager im eigenen Leben, das in der heutigen Zeit alles andere als gemütlich verläuft? Die Welt, in der wir leben, ist geprägt durch eine rasante Entwicklungen in vielerlei Hinsicht. Die Informationsflut, der wir täglich ausgesetzt sind, ist kaum zu verarbeiten. Ständig wachsender Leistungs- und Konkurrenzdruck verstärkt Aggressionen sowohl am Arbeitsplatz, in den Schulen als auch in Familien.

Natürlich gibt es Berufsgruppen, die besonders Gefahr laufen, in ein Burn-Out zu schlittern. ÄrztInnen, PflegerInnen, LehrerInnen und generell Menschen in sozialen und beratenden Berufen sollten meiner Meinung nach besonderen Wert auf ihre Psycho-Hygiene legen. Ein laufender, durch einen Profi begleiteter Selbsterfahrungsprozess ist hier ein sicheres und gutes Mittel, einem Burn-Out vorzubeugen.

Generell aber sollten sich die Menschen, egal welchen Belastungen sie auch ausgesetzt sind, nicht scheuen, professionelle Hilfe anzunehmen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas aus dem Ruder läuft. Auf diese Weise lernen sie einen gesünderen Umgang mit den an sie gestellten Anforderungen zu lernen.

Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass neben dauernder Überforderung auch das Gefühl von permanenter Unterforderung ein Burn-Out auslösen kann.

Frage 3: Gibt es Frühwarnsignale?

Claudia Leitner: Natürlich gibt es Frühwarnsignale. Leider werden diese Signale oft nicht wahr- oder ernst genommen.

Aus meiner Sicht als Kinesiologin erhalten wir Warnungen gleich auf 3 Ebenen. Zum einen reagiert der Körper über die Struktur z.B. die Muskulatur, zum anderen über die Körperchemie (z.B. Säure-Basenhaushalt, Verdauung etc) und über die emotionale Ebene (Emotionen, Psyche).

Kopfschmerzen, oftmalige Erkrankungen durch ein geschwächtes Immunsystem, Probleme im Magen- und Verdauungstrakt, Verspannungen z.B. im Hals-, Nacken und Schulterbereich, Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression uvm. können als solche Signale verstanden werden.

Wobei natürlich nicht jede leichte Übelkeit oder ein nach einem langen Tag vor dem Computer verspannter Nacken gleich der Beginn eines Burn-Outs ist. Kehren solche oder ähnliche Symptome aber regelmäßig wieder, so sollte man zumindest die Möglichkeit eines beginnenden Burn-Outs ins Auge fassen.

Lernen wir diese Symptome als Frühwarnsignale zu verstehen und erkennen den Bezug zu unserer momentanen Lebenssituation, ist dies der erste Schritt in eine geänderte, den individuellen Bedürfnissen entsprechende und gesündere Lebensweise.

Unser Körper geht mit uns wesentlich geduldiger, verständnisvoller und liebevoller um, als wir es oftmals mit ihm tun. Immer wieder gibt er uns die Chance über seine Signale, unsere physische und psychische Gesundheit eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Je mehr wir es allerdings verweigern, uns um diese Signale zu kümmern, umso stärker wird er diese Signale aussenden. Eine von zahlreichen Möglichkeiten die unser Körper wählt um gehört – gesehen – gefühlt zu werden, ist, dass er seine Energiereserven erschöpft und unser Feuer langsam zum Erlöschen bringt.

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