Unternehmerinnen-Porträt: Verena Sykora, Osteopathin und Gymnastiklehrerin

Verena Sykora, Physiotherapeutin, Osteopathin und Eigentümerin eines Yogalabels.

Verena Sykora

     

Der Schnee knirscht unter den Skiern, am Himmel ist keine Wolke zu sehen, die Piste ist frei. Am Berg und im Wintersport fühlt sich Verena Sykora daheim.

"Bewegung an der frischen Luft brauche ich wie die Luft zum Atmen. Unsere ganze Familie steht das ganze Jahr über viel auf Skiern, das ist ein ganz fixer Bestandteil unseres Alltags", erzählt die gertenschlanke, auffallend hübsche Frau.

Verena Sykora hat sich viele Jahre als Physiotherapeuthin um das Wohlbefinden der Österreichischen Skinationalmannschaft gekümmert und erst später in ihrer Karriere selbständig gemacht.

Heute leitet Verena in Waidhofen an der Ybbs eine Praxis für Therapie, Yoga & Training und ist seit vergangenem Jahr Miteigentümerin von Creative Kimiyo, einem internationalen Yogalabel mit österreichischen Wurzeln.

Aber alles der Reihe nach, hier erfahrt ihr mehr wie Verena ihr Leben als Unternehmerin, Therapeutin und Mutter dreier Nachwuchsskifahrer regelt.

Verena Sykora mit ihren Kindern beim Skifahren

Verena Sykora mit ihren Kindern beim Skifahren

Verena Sykora

Verena, bitte stell’ Dich kurz vor und beschreibe Deinen Tätigkeitsbereich.

Verena: Seit mehr als 20 Jahren bin ich Physiotherapeutin und Gymnastiklehrerin. Die letzten 6 1/2 Jahre habe ich Osteopathie an der WSO (Wien) studiert und arbeite gerade an meiner Master-These um diese Ausbildung an der Donau Universität Krems abzuschließen.

Die Osteopathie mit ihrem ganzheitlichen Konzept ist für mich eine Lebenseinstellung und darauf habe ich das Angebot in meiner Praxis abgestimmt. Ich therapiere, unterrichte Bewegungskurse und leite Trainings. Da es gemeinsam mehr Spaß macht, habe ich ein tolles Team um mich.

Hast Du stets gewusst, im Gesundheitsbereich arbeiten zu wollen? Gab es einen Auslöser, diesen Weg zu beschreiten?

Verena: Ich war immer sehr sportlich und gern mit Menschen umgeben. Dass es auch ein Beruf im Gesundheitsbereich geworden ist, lag am Angebot der Privatschule in Deutschland, die diese Duale Ausbildung "Physiotherapie & Gymnastik" angeboten hat. Also ein Glücksfall, wie sich für mich herausstellte, in meinem Traumberuf zu landen.

Wann wusstest Du, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Dich selbständig zu machen?

Verena: Als ich 2002 beim ÖSV anfing, hatte ich die Nase voll vom Gesundheitssystem, in dem nur nach Diagnose, Alter oder dem zuständigen Sachbearbeiter entschieden wurde, wer wieviel oder ob überhaupt Therapie bekommt.

Ob die Art der Therapie sinnvoll war, ob der Patient motiviert war oder ob er vielleicht noch 5 Einheiten mehr brauchte, damit er nach einer Operation wieder eine Lebensqualität hat, wurde nicht berücksichtigt. Da waren motivierte Spitzensportler eine tolle Herausforderung.

Nachdem ich dann 4 Jahre lang auf der schneeführenden Welt herumgereist war, mit Aufgaben konfrontiert wurde, die den üblichen Kompetenzbereich der Physiotherapie sprengten, konnte ich nicht mehr in ein Angestelltenverhältnis zurückkehren und Dienst nach Vorschrift erledigen. In meiner neuen Wahlheimat in Waidhofen/Ybbs, wohin mich der Mann meines Lebens entführt hatte, habe ich dann begonnen, als freiberufliche Therapeutin zu arbeiten.

Gibt es rückblickend Dinge, die Du anders machen würdest?

Verena: Im großen und ganzen Nein.

Bitte erzähle uns, wie ein typischer Tag in der Praxis verläuft.

Verena: Um 6:50 Uhr werden die Kinder vom Schulbus abgeholt und ich fahre in meine Praxis. Diese Zeit frühmorgens in der Praxis ist meine „heilige“ Zeit. Ich schaffe mir die Atmosphäre, die mich so glücklich macht. Das gelingt mit Räucherstäbchen, chilliger Musik und meiner Tasse Kaffee. Idealerweise schaffe ich ein paar Sonnengrüße und eine Minimeditation.

Aber häufig rufen administrative Pflichten zum Schreibtisch. Ist der erste Patient dann mal in der Praxis, geht es kontinuierlich mit den Behandlungen weiter. Zwischen 13 und 14 Uhr bin ich meistens fertig, wenn ich nicht meinen langen Tag habe.

Dienstags vormittags habe ich eine Yogaeinheit so geplant, dass ich als Teilnehmerin mitmache. Ein wirklicher Fixpunkt für meine eigene Gesundheit und Ausgleich.

Da ich so gern unterrichte, leite ich 2 Kurse selbst. Da komme ich dann erst um 19:30 Uhr nach Hause.
Dank Oma kein Problem für die Kinder!

Du bist Miteigentümerin von Creative Kimiyo, ihr macht unter anderem wunderschöne Yogamatten aus Kork. Was macht Creative Kimiyo so besonders?

Verena: Creative Kimiyo ist ein Label mit Tiefsinn. Jede Idee zu einem Produkt oder Design passiert nicht zufällig, sondern durchläuft einen Prozess. Wir legen Wert auf Tradition, Nachhaltigkeit und Originalität und setzen unsere eigene Note dazu. Details sind uns wichtig und sollen einzigartig sein.

Was kommt als nächstes von Creative Kimiyo?

Verena: Das nächste Matten- und Yogatuchdesign greift ein aktuelles Umwelt-Tierschutzthema auf. Wir wollen damit ein Zeichen setzen und mit dem Design auf etwas aufmerksam machen, was auf der Welt geschieht und leider auch Schritte zurückgegangen werden.

Einige besondere Yoga-Lifestyle-Produkte werden bald das Angebot im Online-Shop erweitern. So wird gerade eine wunderschöne Trinkflasche produziert und eigens für das Label Malas aus Bali entworfen.

Was ist Dein Credo als Mutter dreier Kinder mit den Ambitionen in der Zukunft im Profiskisport mitzumischen?

Verena: Diese Ambition soll sie mal in erster Linie gut durch ihre Kindheit und Pubertät bringen. Außerdem prägt ein gesunder Lebensstil in der Entwicklung das spätere Erwachsenenleben. Und was gibt es Wertvolleres als den Kindern eine möglichst gesunde Prägung ins Leben mitzugeben?

Außerdem lernen sie früh mit Niederlagen umzugehen, sich Ziele zu setzen und sich auch mal dafür anstrengen zu müssen. Ist ja heutzutage nicht mehr die größte Tugend unserer Jugend. Meine große Aufgabe sehe ich darin, sie mit viel Achtsamkeit dabei zu begleiten. Dass die Belastung Schule - Sport nicht zur Überbelastung wird, das Training nicht zum Übertraining wird, das zuviel Ehrgeiz nicht unglücklich und müde macht. Und das Langeweile auch mal sehr gesund ist, wenn sonst viel los ist. Mein berufliches Wissen unterstützt da den mütterlichen Instinkt zum Glück sehr.

Welchen Stellenwert hat bewusste Ernährung in der Familie, wie regelst Du Sonderwünsche am Menüplan der Kinder?

Verena: 3/4 aller Krankheiten werden durch unsere Ernährung verursacht oder beeinflusst. Da kann ich nicht anders, als sehr darauf zu achten, was wir täglich essen.

Sonderwünsche werden bei uns gemeinsam besprochen und eigentlich findet sich immer eine gesunde akzeptable Variante.  Ich versuche durch Aufklärung beizubringen, warum wir gewisse Lebens- und Genussmittel vermeiden. Aber es ist sehr schwer, da das gesellschaftliche Bild von gesunder Ernährung nicht wirklich gut dasteht und die Kinder von den Medien und Produktwerbungen manipuliert werden. Inklusive der Eltern.

Wie wichtig sind Sport und Bewegung für Dich, gibt es Tipps für den Alltag, die Du teilen könntest?

Verena: Sport und Bewegung gehören ebenfalls zum Grundgut der Gesundheit und des Wohlbefindens. Unser Körper funktioniert nur über die Bewegung. Durch unsere überwiegend sitzenden Tätigkeiten gehen physiologische Körperfunktionen verloren, die uns dann schmerzende Symptome verursachen.

Wir brauchen Bewegung zur Vorbeugung und auch in der Heilung und Rehabilitation. Ich schlage immer vor, das zu machen, was einem Spaß macht. Nur dann macht man es auch wirklich. Und es soll in den Alltag passen. Wenn ein Arbeitstag lang ist und man kann sich danach zu nichts mehr motivieren, parke dein Auto an diesem Tag etwas weiter entfernt vom Arbeitsplatz weg. So bist du wenigstens ein bisschen an der frischen Luft gegangen, bevor du dich wieder ins Auto und dann auf die Couch setzt.

Als Verfechter von Yoga und Gymnastik kann ich diese Form von Bewegung nur wärmstens empfehlen. 10 Min täglich schenken eine neue Lebensqualität. Garantiert!

Hast Du, liebe Verena, besondere Pläne oder eine Vision für die kommenden Jahre?

Verena: Da ich mit dem Osteopathiestudium in den letzten Jahren einen sehr aufwendigen Weg gegangen bin, freue ich mich wieder Zeit für aktuelle Interessen selbst einteilen zu können.

Das Wunderbare an meinem Leben ist, dass meine beruflichen Tätigkeiten gleichzeitig meine Hobbies sind. Besonders mit Creative Kimiyo habe ich meiner kreativen Seite auch noch ein berufliches Zuhause gegeben.

So ist derzeit mein Ziel fürs Leben, alle meine Rollen und Aufgaben in einer bewegten Balance zu halten.

Mehr über die Praxis von Verena Sykora erfährst du hier.

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