AK-Studie: Neun von zehn NiederösterreicherInnen wollen Wiedereinstieg

Bereit für den Wiedereinstieg

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Der Wiedereinstieg ins Berufsleben ist nicht ohne Kinderbetreuung möglich - und daran hakt es nach wie vor, wie die aktuelle Erhebung zeigt.

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat die Ergebnisse einer Studie zum Thema Wiedereinstieg präsentiert - und diese zeigt einen deutlichen Trend: Neun von zehn Frauen wollen nach der Karenz zurück ins Arbeitsleben. Und das vor allem aus finanziellen Gründen.

Jungen Vätern und Müttern wird dieser Schritt jedoch alles andere als leicht gemacht, heißt es in der vom Meinungsforschungsinstitut TrendCom durchgeführten Erhebung weiter. Dass der Wiedereinstieg nach der Karenz steinig ist, betonte auch AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

Schlechtes Zeugnis für Kinderbetreuungseinrichtungen

"Von jeder zweiten Frau wird eine geeignete Kinderbetreuung als ideale Bedingung für den Wiedereinstieg genannt, ein gutes Drittel sieht in Teilzeitjobs die Chance zurück in den Arbeitsmarkt, weitere 28 Prozent wünschen sich flexible Arbeitszeiten", so die Leiterin der frauenpolitischen Abteilung der AKNÖ, Christa Bogath. Leider würden in Niederösterreich jedoch Wunsch und Realität immer noch weit auseinander klaffen.

Wie die Studie zeigt, sind die Niederösterreicherinnen mit den bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen jedoch alles andere als zufrieden. "Am schlechtesten hat die Betreuung der Kleinsten abgeschnitten. Nur 19 Prozent der Befragten sind zufrieden, demgegenüber stehen 61 Prozent unzufriedene", zeigt sich die AKNÖ-Frauenpolitikerin besorgt. "Auch das Angebot an Horten wird sehr skeptisch bewertet: Fast jede zweite ist mit dem Angebot unzufrieden, besonders unzufrieden sind Frauen mit drei und mehr Kindern."

Besser steht es mit der Zufriedenheit mit den Kindergärten: Drei von vier Frauen zeigten sich in der Studie mit dem Angebot "sehr" oder "eher zufrieden".

Elternteilzeit für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Was den großen Wunsch nach Teilzeitjobs angeht, sprach sich AKNÖ-Chef Staudinger für eine größere Akzeptanz des Elternteilzeit-Modells in den Betrieben aus: "Noch zeigt die Wirtschaft wenig Bewusstsein, dass sie hier Mitverantwortung trägt. Die Elternteilzeit muss in Zukunft von den Betrieben aktiver gefördert werden", forderte Staudinger. Und dabei sollte es nicht bleiben: Auch auf politischer Ebene müsse sich einiges tun und die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. "Aus der Praxis wissen wir, dass gerade in Niederösterreich die Zahl der Kleinunternehmen sehr groß ist. Die Möglichkeit der Elternteilzeit gibt es jedoch nur in Großbetrieben; ein Missstand der besser heute noch ausgeräumt werden muss", so der AKNÖ-Präsident weiter.

Jede Dritte nicht ausreichend informiert

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wenn es um den beruflichen Wiedereinstieg geht, ist das Informationsbedürfnis der Betroffenen hoch. So fühlt sich jede dritte Frau nicht ausreichend über die Elternteilzeit informiert. Für die AKNÖ ein deutliches Zeichen dafür, dass "das Familienministerium in seiner Informationspflicht klar versagt" hat. Laut Studie informiert sich nämlich nur jede zwanzigste Frau an dieser Stelle. Mehr Infos unter: http://noe.arbeiterkammer.at

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